Fürstentum Liechtenstein

pafl: Jeden Energie-Franken richtig einsetzen
"Wirtschaft im Dialog" mit Wirtschaftsminister Martin Meyer über Energiemarkt

Vaduz (ots) - Vaduz, 26. Januar (pafl) - Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Meyer hat mit der Diskussionsrunde "Wirtschaft im Dialog" ein neues Format für den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft geschaffen. Am Montag fand in Vaduz ein weiteres Treffen mit Vertretern aus Industrie und Gewerbe sowie mit Repräsentanten der Energiekommission und der Energieversorger LKW und Gasversorgung statt. Die Diskussion zum Thema "Chance Energiemarkt" zeigte das Potenzial auf, das in Liechtenstein in den Bereichen Gebäudesanierung und erneuerbare Energien vorhanden ist. Die Ergebnisse der Gesprächsrunde werden in die Bearbeitung der "Energievision 2020" einfliessen, die das bestehende "Energiekonzept 2013" ablösen wird. Energiefragen sind bisher meist aus der Perspektive des Umweltschutzes betrachtet worden. Die Diskussionsrunde "Chance Energiemarkt" erweiterte den Fokus um die Betrachtung aus wirtschaftlicher Sicht. Gefordert wurde aber auch aus ökonomischer Sicht ein Umdenken: In Zukunft müsse man nicht nur die Energie betrachten, die es für den Unterhalt eines Gebäudes braucht, sondern auch die Energieproduktion mit einbeziehen. Mit Blick auf die "Energievision 2020" waren sich die Fachleute einig, dass in Liechtenstein die grössten Chancen bei der Sanierung der Gebäude liegen würden. In der Erneuerung der Gebäudehüllen und der Ausstattung mit moderner Haustechnik liege noch viel Potenzial, nicht nur bei den Wohnhäusern, sondern auch bei den grossräumigen Industrie- und Gewerbebauten. Für die Energieerzeugung über Fotovoltaikanlagen, die gegenwärtig noch vom Staat und den Gemeinden subventioniert werden, gehen die Experten von der Perspektive aus, dass etwa ab 2015 keine Subventionen mehr notwendig seien, um die Anlagen selbsttragend zu betreiben. Allerdings gaben die Fachleute zu bedenken, dass die Sparpotenziale bei Gebäudesanierungen höher seien als die dezentrale Stromerzeugung. Günter Mahl, Vorsteher der Gemeinde Triesen, berichtete aus Erfahrungen in der ersten "Energiestadt" Liechtensteins und bekräftigte, dass zuerst die energetische Gebäudesanierung und erst dann die Subventionierung von Fotovoltaikanlagen vorgenommen werden sollte. Als Energiestadt setzte Triesen mit energiepolitischen Massnahmen auf sparsamen Energieverbrauch und auf gezielten Einsatz alternativer Energieträger. Aus den Erfahrungen der Energiestadt Triesen leitete Günter Mahl ab, dass es in Zukunft gelte, jeden "Energie-Franken" wirtschaftlich richtig einzusetzen. Nach Berechnungen der LKW sind in den letzten Jahren 40 bis 50 Millionen Franken von Land und Gemeinden sowie von privater Seite im Energiebereich investiert worden, doch resultierte aus diesen Investitionen nur ein Anteil von 2,5 Prozent an der gesamten Energieversorgung. Aus diesem Umstand leiteten Gewerbe- und Industrievertreter die künftige Ausrichtung ab, dass für Solaranlagen die grossen Dachflächen der Industriebauten genutzt werden sollten. Grossflächige Photovoltaikanlagen könnten auch als Gemeinschaftswerke erstellt werden. Weiteres Potenzial für die alternative Energiegewinnung orteten die Experten auch bei der Nutzung der Abwärme aus den grossen Industrie- und Gewerbehallen. Die Energiepolitik der Zukunft stehe im Spannungsfeld zwischen der Forderung nach Energieautarkie und wirtschaftlicher Effizienz, betonte Regierungschef-Stellvertreter Martin Meyer am Schluss des Dialogs mit der Wirtschaft. Vor dem Hintergrund der Staatsfinanzen gelte es, nicht nur dem Klimaschutz weiterhin grosse Bedeutung beizumessen, sondern die vorhandenen Mittel möglichst effizient für Massnahmen zur Energieeinsparung und zur Förderung alternativer oder erneuerbarer Energien einzusetzen. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft erachtete Martin Meyer von entscheidender Bedeutung. Ebenso wichtig aber erscheinen dem Energieminister verstärkte Anstrengungen für die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung für Energieeinsparungen, Energieeffizienz, Energieerzeugung und erneuerbare Energien. Kontakt: Markus Kaufmann Persönlicher Mitarbeiter des Regierungschef-Stellvertreters T +423 236 63 03

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