Fürstentum Liechtenstein

pafl: Konzept zum vermehrten Einsatz von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Bauten

    Vaduz (ots) - Vaduz, 19. Oktober (pafl) - Die Regierung hat ein Umsetzungskonzept zur Förderung von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Bauten verabschiedet. Mit fünf prioritären Massnahmen soll der Einsatz von Recyclingbaustoffen im Sinne einer nachhaltigen und Ressourcen schonenden Materialbewirtschaftung gefördert werden.

    Recycling im Sinne der Nachhaltigkeit fördern

    In Liechtenstein fallen aus Gebäudeabbrüchen jährlich durchschnittlich ca. 20'000 Kubikmeter Beton- und Mischabbruch an. Zudem werden im Strassenbau grössere Mengen an Asphalt ausgebaut. Diese Abfälle können wieder verwertet werden, wenn sie in geeigneten Recyclinganlagen zu neuen, hochwertigen Baustoffen aufbereitet werden. Das Recycling schont den beschränkt verfügbaren Deponieraum und natürliche Ressourcen wie Kies. Zudem können Eingriffe in die Landschaft verringert werden.

    Für eine funktionierende Materialkreislaufbewirtschaftung müssen die mit grossem Aufwand hergestellten Recyclingbaustoffe auch wieder eingesetzt werden. Die Nachfrage ist jedoch aus verschiedenen Gründen noch zu gering und muss mittels Anreizen geweckt und erhöht werden.

    Umsetzungskonzept mit definierten Massnahmen

    Das von der Regierung verabschiedete Umsetzungskonzept bzw. der Massnahmenplan soll den zuständigen Behörden von Land und Gemeinden als Grundlage beim Einsatz von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Bauten dienen. Es werden die Ist-Situation in Liechtenstein skizziert, Konfliktpotenziale zwischen verschiedenen Interessengruppen aufgezeigt und mögliche Lösungsansätze und Massnahmen zur Verbesserung der Situation formuliert. Nachstehende fünf Massnahmen werden zur raschen Umsetzung empfohlen:

    1. Wo technisch möglich, Ausschreibungen von Recyclingbaustoffen in öffentlichen Aufträgen. 2. Schulungen, Informationen, Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. 3. Abklärung zu einer schrittweisen Erhöhung der Deponiegebühren. 4. Wo technisch machbar, Erhöhung des Recyclinganteils in Strassenbelägen. 5. Anpassung der Grundwasserabstandskarte von 2 Metern zum Einsatzbereich von losen Recyclingbaustoffen.

    Vorbildfunktion der öffentlichen Hand

    Im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft muss die Nachfrage nach Recyclingbaustoffen unbedingt erhöht werden. Als massgeblicher Bauherr trägt die öffentliche Hand diesbezüglich eine besondere Verantwortung und muss bei der gezielten Nachfrage und Verwendung von Recyclingbaustoffen eine wichtige Vorbildfunktion erfüllen. Durch frühzeitiges Einbeziehen respektive Vorschreiben von einschlägigen Anforderungen in Ausschreibungs- und Vertragsunterlagen kann der Einsatz von hochwertigen Recyclingbaustoffen gezielt gefördert werden. Dies trifft auch auf die Gemeinden zu, die ebenfalls angesprochen sind, Recyclingbaustoffe vermehrt zu verwenden.

    Um der Materialkreislaufbewirtschaftung eine Chance zu geben, sind optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Durch Schulungen, Informationen und Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten müssen alle Beteiligten in diesem Bereich sensibilisiert werden. Dadurch soll der Grundgedanke des Baustoffrecyclings bzw. der Materialkreislaufbewirtschaftung vermittelt werden.

Kontakt:
Amt für Umweltschutz
Sven Bürzle
T +423 236 61 87



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