Fürstentum Liechtenstein

pafl: 26. Sitzung der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)

    Vaduz (ots) - Vaduz, 11. Juni (pafl) - Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) traf sich am Freitag, 11. Juni, in Bendern, Liechtenstein, zu ihrer diesjährigen Frühlingssitzung. Gemeinsam mit der Internationalen Rheinregulierung (IRR) liessen sich die zuständigen Regierungsmitglieder aus Graubünden, St. Gallen, Vorarlberg sowie Liechtenstein über den Stand der Arbeiten informieren und fassten die für die Weiterführung notwendigen Beschlüsse.

    Symbolträchtiger Tagungsort

    Ihre 26. Sitzung hielt die IRKA auf dem Kirchhügel in Bendern ab und wählte damit einen symbolträchtigen Ort für ihr Treffen. Etwas erhöht, und damit in Sicherheit, konnten die Teilnehmer vor Sitzungsbeginn die Rheinebene überblicken, die beim denkwürdigen Hochwasser im Jahre 1927 infolge des Dammbruchs bei Schaan gänzlich überflutet wurde. Abgerundet wurde dieser Ausblick durch die am Horizont erkennbare Brücke Schaan-Buchs. Bekanntlich stürzte diese im Jahre 1972 aufgrund der Eintiefung des Flussbetts durch die Kiesentnahme ein und musste neu erbaut werden. Der Regierungskommission mangelte es somit bei der anschliessenden Behandlung der Traktanden nicht an eindrucksvollen Anschauungsbeispielen.

    Bericht über den Stand der Arbeit in den einzelnen Projekten zur Kenntnis genommen

    Die Mitglieder liessen sich über den Stand der Arbeiten in den zahlreichen Projekten informieren und genehmigten die beantragten finanziellen Mittel für das kommende Jahr. Mit Genugtuung konnten sie feststellen, dass auch im zwölften Jahr der IRKA intensiv an den verschiedenen Fragestellungen gearbeitet wird und die Lücken bei den benötigten Grundlagen geschlossen werden sollen. So konnten beispielsweise die Aktualisierung des Grundwassermodells und im Rahmen des Basismonitorings "Ökologie" die ersten Zwischenresultate dargestellt werden.

    Besonders erfreut nahmen die Vertreter zur Kenntnis, dass bei der Grundlagenerarbeitung im komplexen Thema der Vermeidung von Sunk-Schwall weitere Fortschritte erzielt wurden und dass mit der Landquartmündung in Graubünden ein weiterer Standort ins Exkursions-Angebot für Schulen aufgenommen wurde.

    Verbesserung der Hochwassersicherheit durch IRR-Projekt

    Mit großem Interesse wurden auch die Ausführungen der IRR zum "Nachhaltigen Hochwasserschutz auf der Flussstrecke der Internationalen Rheinregulierung" aufgenommen. Dieses Generationenprojekt bildet eine wesentliche Massnahme zur Erhöhung der Hochwassersicherheit für das untere Rheintal. Das Projekt befindet sich derzeit in der Ausschreibungsphase.

    Information über Projekte ausserhalb des Entwicklungskonzepts Alpenrhein

    Die Regierungskommission zeigt sich auch dieses Jahr wieder erfreut, dass die Anlieger des Alpenrheins auch in den nationalen Projekten die Grundsätze und Ziele des EKA konsequent verfolgen. Mit diesen Projekten, leisten die Kantone und Länder gemeinsam mit der Republik Österreich und der Eidgenossenschaft einen weiteren wichtigen Beitrag zur Steigerung der Hochwassersicherheit und Ökologisierung in der Region.

    Übergabe des Vorsitzes der IRKA von Liechtenstein an Vorarlberg

    Gemäss dem Kooperationsvereinbarung wechselt der Vorsitz in zweijährigem Turnus zwischen den Vertragsparteien. Nachdem die Geschicke in den letzten zwei Jahren in Liechtensteinischer Hand lagen, wechselt der Vorsitz und damit auch die Geschäftsführung nun von Regierungsrätin Renate Müssner zu Landeshauptmann Herbert Sausgruber aus Vorarlberg, der sich terminbedingt durch Landesrat Erich Schwärzler vertreten ließ.

    Factbox

    Die Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg und der Kantone Graubünden und St. Gallen verfolgen im Rahmen der "Kooperationsvereinbarung Alpenrhein" vom Dezember 1998 als übergeordnetes Ziel eine "sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebietes, insbesondere die Gewährleistung der Hochwassersicherheit, die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen und die Erhaltung und Mehrung der Naturwerte".

    Mitglieder der IRKA sind Landeshauptmann Herbert Sausgruber (Vorarlberg, Vorsitzender), Regierungspräsident Willi Haag (Kanton St. Gallen), Regierungsrätin Renate Müssner (Fürstentum Liechtenstein) und Regierungsrat Stefan Engler (Kanton Graubünden). Seitens der IRR nehmen der Vertreter der Republik Österreich, Heinz Stiefelmeyer, und der Vertreter der Schweiz, Hanspeter Willi (BAFU), an den IRKA-Sitzungen teil.

Kontakt:
Thomas Blank, Vorsitzender der Koordinationsgruppe IRKA
T +43(0)5574 511 27410
thomas.blank@vorarlberg.at
www.alpenrhein.net



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