Fürstentum Liechtenstein

pafl: Berufsbildungsgesetz öffnet neue Wege

Vaduz (ots) - Vaduz, 2. September (pafl) - Am 1. August 2008 trat das total revidierte Berufsbildungsgesetz in Kraft. Das neue Gesetz trägt unter anderem der Entwicklung Rechnung, dass die Bildungswege immer individueller werden und informell erworbene Bildung an Bedeutung gewinnt. Zudem ermöglicht es durch den sogenannten Berufsattest Berufsabschlüsse für möglichst viele Jugendliche. Basierend auf dem neuen Berufsbildungsgesetz und der dazu erlassenen Verordnung hat die Regierung am Dienstag beschlossen, die fachkundige individuelle Begleitung in Berufsattestausbildungen und die Validierung von Bildungsleistungen zu fördern. Die Beurteilung und Bewertung von Bildungsleistungen durch Fachpersonen hilft Erwachsenen den Zugang zu anerkannten Bildungsabschlüssen (Lehrabschluss) zu erhalten, wenn sie nicht einen vollständigen, formalen Bildungsgang (zum Beispiel eine Berufslehre) durchlaufen haben. Ausserberufliche und berufliche Praxiserfahrung sowie fachliche und allgemeine Bildung sollen angemessen angerechnet werden können. Die Beurteilung von Qualifikationen, die auf informellem Weg (also nicht in der Schule oder in einer Lehre) erworben wurden, ist sehr aufwändig. Liechtenstein wird sich hier auf die bewährte Partnerschaft in der Berufsbildung mit der Schweiz stützen. Der erste Schritt in einem Validierungsverfahren ist dabei die Information und Beratung, wofür die Regierung dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung ein Budget zur Verfügung gestellt hat. "Das oberste Ziel lautet: Gleiche berufliche Kompetenzen führen zu gleichen Titeln. Es spielt keine Rolle, auf welche Weise eine Person diese Kompetenzen erwirbt", so der zuständige Regierungsrat Hugo Quaderer. Ebenfalls Mittel zur Verfügung gestellt wurden für die sogenannte fachkundige individuelle Begleitung. Diese soll in erster Linie praktisch begabten Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden, die eine zweijährige berufliche Grundbildung mit Berufsattest oder eine Anlehre absolvieren. Diese individuelle Begleitung - sowohl in der Schule wie auch im Betrieb - soll den Erfolg der beruflichen Grundbildung garantieren, falls Probleme auftauchen. Regierungsrat Hugo Quaderer betont die Wichtigkeit dieses Instruments der Begleitung von Jugendlichen: "Wenn Jugendliche in ihrer zweijährigen Berufsausbildung an Grenzen stossen sollten, bietet die fachkundige individuelle Begleitung Hand zur Lösung von Problemen. Dies kann im schulischen Lernen wie auch im sozialen Lernen ansetzen." Im Jahr 2009 wurden gemäss dem Konzept des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung bereits zwei Pilotprojekte durchgeführt, die sehr erfolgreich waren. Deshalb soll dieses wertvolle Angebot nun generell zur Verfügung gestellt werden. Kontakt: Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Werner Kranz, Leiter T +423 236 72 10

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