Fürstentum Liechtenstein

pafl: Liechtenstein kann sich der globalen Rezession nicht entziehen

    Vaduz (ots) - Vaduz, 27. April (pafl) - Die globale Rezession führt auch in der liechtensteinischen Volkswirtschaft zu tiefen Bremsspuren. Nach einem mehr als vierjährigen Aufschwung folgt nun ein massiver Konjunktureinbruch. Wie sich aus dem Konjunkturbericht des Amtes für Statistik ergibt, stagnierten die Umsätze grösserer Unternehmen im zweiten Halbjahr 2008 und die Warenexporte gingen zurück. Die Abwärtsdynamik hat sich zu Jahresbeginn verschärft.

    Stagnierende Umsätze

    Die Verkaufserlöse von 20 grösseren ausgewählten Unternehmen stagnierten im zweiten Halbjahr 2008, nachdem sie im ersten Halbjahr noch einen Zuwachs von 5 Prozent aufgewiesen hatten. Die Unternehmen des Industriesektors konnten gemäss den Mehrwertsteuerdaten im zweiten Halbjahr 2008 noch einen leichten Zuwachs erzielen. Bei den Finanzdienstleistern gingen die Umsätze etwas zurück.

    Nachlassendes Beschäftigungswachstum

    Das Beschäftigungswachstum Liechtensteins hat sich im Laufe des vergangenen Jahres verlangsamt. Insgesamt erhöhte sich die Beschäftigtenzahl 2008 noch um rund 3,6 Prozent und erreichte gemäss der provisorischen Auswertung Ende 2008 den Stand von 33'600 Beschäftigten (+/-300 Beschäftigte). Im Jahr 2007 war noch ein ausserordentliches Beschäftigungswachstum von 4,4 Prozent verzeichnet worden.

    Einbruch der Warenexporte

    Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen der globalen Rezession bei den direkten Warenexporten der liechtensteinischen Volkswirtschaft. Im zweiten Halbjahr 2008 sanken die direkten Warenexporte der liechtensteinischen Unternehmen gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 2,6 Prozent (ohne Exporte in die Schweiz). Im ersten Halbjahr 2008 war noch ein Zuwachs von 6,5 Prozent verzeichnet worden. Massiv eingebrochen sind die liechtensteinischen Warenexporte in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 mit einem Rückgang um 29 Prozent.

    Verminderung des Betreuten Kundenvermögens

    Die Verschärfung der internationalen Finanzkrise seit September 2008 belastete auch die Ergebnisse der liechtensteinischen Finanzdienstleister. Gemäss der provisorischen Auswertung der Bankenergebnisse reduzierte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft 2008 um 16 Prozent. Das Betreute Kundenvermögen verminderte sich um 30 Prozent und lag Ende 2008 mit rund 121 Milliarden Franken knapp unter dem Stand von Ende 2005. In diesem Rückgang des Betreuten Kundenvermögens spiegelt sich in erster Linie die Entwicklung an den internationalen Börsen wider.

    Globale Rezession

    Gemäss Einschätzung der OECD befindet sich die Weltwirtschaft in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Alle 30 OECD-Länder sind gleichzeitig von der Rezession betroffen, was zu einem Einbruch des Welthandels und zu einer wechselseitigen Verstärkung der Abwärtsspirale geführt hat. Für 2009 erwartet die OECD für ihre Mitgliedsländer einen Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes um 4,3 Prozent.

    Konjunktureinbruch auch in Liechtenstein

    Der Einbruch des Welthandels und die internationale Finanzkrise belasten unmittelbar die beiden Wachstumsmotoren der liechtensteinischen Volkswirtschaft - die Exportindustrie und den Finanzdienstleistungsbereich. Dies wird auch in der liechtensteinischen Volkswirtschaft zu einer Verminderung der Wertschöpfung führen.

Kontakt:
Amt für Statistik
Wilfried Oehry, Leiter
Tel.: +423 236 64 50



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