Fürstentum Liechtenstein

pafl: Ausstellung zu 100 Jahre Frauenstimmrecht in Europa - 25 Jahre in Liechtenstein

    Vaduz (ots) - Der Blick in die Vergangenheit ermutigt, die politischen Chancen der Gegenwart zu nutzen!

    Vaduz, 8. März (pafl) - Als letztes Land Europas hat Liechtenstein 1984 das Frauenstimmrecht eingeführt. Es wurde von Männern über die Einführung des Frauenstimmrechts abgestimmt und gelang im dritten Wahldurchgang. Liechtenstein und die Schweiz waren die einzigen europäischen Länder in Europa, in denen das Frauenstimmrecht über Abstimmungen eingeführt wurde.

    Finnland hingegen führte das Frauenstimmrecht vor über 100 Jahren ein. Mit der Wanderausstellung des Frauenmuseums Bonn "Mit Macht zur Wahl" wurde erstmals versucht, die Geschichte der Einführung des Frauenstimmrechts im europäischen Vergleich darzustellen.

    Seit Sonntag, dem Internationalen Tag der Frau, wird im Foyer des Landtaggebäudes ein repräsentativer Querschnitt durch die Ausstellung anhand von zehn Ländern gezeigt. Auf Bildtafeln wird die Einführung des Frauenstimmrechts in Finnland, Norwegen, Deutschland, Österreich, Bulgarien, Griechenland, Schweiz und natürlich Liechtenstein präsentiert.

    Zudem gibt es Bildtafeln, die die Vertretung von Frauen in politischen Gremien - europaweit und in Liechtenstein im Speziellen - aufzeigen. Vor dem Landtagsgebäude erwartet die Besuchenden eine zweite, kleinere Ausstellung, die jedoch in ihrer Farbigkeit und Lebendigkeit sehr gut auf die Wanderausstellung einstimmt.

    Ein gutes Omen für die Baustelle Gleichstellung

    Regierungsrätin Rita Kieber-Beck eröffnete die Ausstellung offiziell. In ihrer Eröffnungsrede meinte sie, dass es den Frauen in Liechtenstein wohl nicht an kreativen Ideen gemangelt habe, um die politische Gleichstellung zu erreichen. Teilweise mit Meilenstiefeln holte das Land danach in den letzten Jahren zumindest auf der gesetzlichen Ebene den europäischen Trend auf. Mit einem leichten Schmunzeln erinnerte sich Frau Regierungsrätin Kieber-Beck u.a. an die Aufregung um den Quadratschädel, das provozierende Sägefischplakat oder die tapferen Dornröschen. Nach 20 Jahren Frauenstimmrecht wollten diese dennoch nicht geehrt werden. Darauf hin beschloss das Frauennetz, ihnen zumindest einen Preis zu widmen und rief DemoGrazia - den Preis für Zivilcourage - ins Leben. Der Preis wird im November dieses Jahres zum zweiten Mal vergeben.

    Regierungsrätin Rita Kieber-Beck meinte, dass es dieses kreative Potential von Frauen auch heute noch brauche, um z.B. mehr Frauen in politische Gremien zu bekommen, die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann zu verwirklichen, die Vereinbarkeitsfrage zu verbessern, eine stärkere Vertretung von Frauen in Führungspositionen zu erreichen, häusliche Gewalt einzudämmen und sich international für verbesserte Chancen von Frauen und Kindern einzusetzen.

    Sie dankte für die Organisation der Ausstellung und ganz speziell auch den hiesigen Ausstellungsmacherinnen Silvia Ruppen und Monika Michels. Sie haben nicht nur einige Kunstobjekte zur Einführung des Frauenstimmrechts aus dem Archiv geholt, sondern weisen auch mittels Baustellen-Planhäusern darauf hin, dass sich die Gleichstellung von Frau und Mann noch immer "im Bau befindet". Sie schloss ihre Ansprache mit der Bemerkung, dass es vielleicht ein gutes Omen für die nächsten Landtagswahlen sei, dass es gerade Frauen als erste gelungen sei, eine Ausstellung im Foyer des neuen Landtagsgebäudes zu präsentieren.

    Ein vielfältiges Rahmenprogramm

    Anschliessend berichtete die Kuratorin und Historikerin Bettina Bab aus Bonn über die mannigfaltigen Strategien im Kampf um das Frauenwahlrecht in Europa. Musikalisch wurde die Ausstellung von Jutta Hoop und Johannes Uthoff umrahmt und mit einem Z'Morga-Buffet von den Werdenberger Bäuerinnen kulinarisch versorgt.

    In den nächsten Wochen wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, d.h. Filme, Generationengespräche, Diskussionsrunden, Schulprojekte und allen voran der Equal Pay Day am kommenden Dienstag die Ausstellung ergänzen.

    Die Ausstellung dauert vom 8. März bis 4. Juli. Die Öffnungszeiten sind jeweils Donnerstag und Freitag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Samstag von 10.00 Uhr  bis 14.00 Uhr.

    Spezielle Führungen organisiert die Stabsstelle für Chancengleichheit gerne auf Wunsch.

Kontakt:
Stabsstelle für Chancengleichheit
Bernadette Kubik-Risch, Leiterin
T +423 236 60 60
www.scg.llv.li



Weitere Meldungen: Fürstentum Liechtenstein

Das könnte Sie auch interessieren: