Fürstentum Liechtenstein

pafl: Steuerungssysteme im Hochschulwesen in Europa - Politik, Strukturen, Finanzierung und Hochschulpersonal

Vaduz (ots) - Sperrfrist bis 19.06.2008, 00:00 Uhr Vaduz, 18. Juni (pafl) - Die Modernisierung der Hochschulbildung stellt auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene eines der wichtigsten Anliegen der Entscheidungsträger im Rahmen des Prozesses von Lissabon und der Schaffung des Europäischen Hochschulraums dar. Diese neue Veröffentlichung von Eurydice beschäftigt sich mit dem Thema "Governance im Hochschulwesen" und insbesondere mit den folgenden Aspekten: Strukturen, Mittelzuweisungs- und Aufsichtsverfahren in der öffentlichen Hochschulfinanzierung, Autonomie der Hochschulen in der Einwerbung und Verwendung von Drittmitteln und Verwaltung des Hochschulpersonals. Zunehmende Einbeziehung von externen Akteuren Die Hauptverantwortung für die strategische Planung, Entwicklung und Organisation der Hochschule sowie für die Tätigkeiten der Hochschule in den Bereichen Leitung, Verwaltung und Aufsicht trägt in der Regel der Rektor der Hochschule. In den meisten Fällen wird der Rektor von hochschulinternen Akteuren ernannt, in einem Drittel der Staaten obliegt die Berufung des Rektors einer externen Instanz (zuständiges Ministerium oder Staatsoberhaupt). In den meisten Staaten verfügen die Hochschulen heute über ein Aufsichtsorgan, das sich aus externen Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Handel und Gesellschaft zusammensetzt. Hauptaufgabe dieses Organs ist es, die Unabhängigkeit der Hochschule zu sichern und im Hinblick auf die Verantwortlichkeiten der Hochschule darüber zu wachen, dass die geltenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften eingehalten werden. In rund fünfzehn Staaten sind externe Akteure in den Entscheidungsorganen der Hochschulen vertreten, die in erster Linie für die langfristige Planung zuständig sind. Finanzielle Autonomie der Hochschulen Mit Ausnahme einiger Staaten verfügen die einzelnen Hochschulen über eine weit reichende finanzielle Autonomie in der Verwaltung der ihnen zugewiesenen Gesamtmittelausstattung. Fast alle Staaten verwenden eine Finanzierungsformel zur Berechnung der Höhe der öffentlichen Zuwendungen für die einzelnen Hochschulen. Zugrunde gelegt werden hierbei in der Regel verschiedene Input-bezogene Kriterien (Anzahl der Studierenden usw.), häufig in Kombination mit Leistungskriterien. Die obersten Behörden vergeben ferner zusätzliche Mittel über verschiedene Verfahren zur Steuerung der strategischen Orientierung der Hochschulen. Dies gilt insbesondere für die Vergabe von Mitteln für Forschungsprojekte im Zusammenhang mit einzelnen nationalen Prioritäten oder mehrjährige Leistungsverträge, die sich auf einen Großteil auf die Gesamtheit der öffentlichen Hochschulfinanzierung beziehen. Private Mittel: je nach Staat sehr unterschiedliche Entscheidungsbefugnisse Zu den wichtigsten zulässigen privaten Finanzierungsquellen gehören die folgenden: Spenden und Schenkungen von Privatpersonen, Partnerschaften zwischen Hochschulen und privaten Vertragspartnern im Rahmen von Forschungsabkommen sowie Einnahmen aus der Lieferung von Dienstleistungen. Die überwiegende Mehrheit der europäischen Staaten hat Fördermaßnahmen eingerichtet, um die Einwerbung von privaten Mitteln durch die Hochschulen zu begünstigen. Zu nennen sind hier an erster Stelle die Steuervergünstigungen für Geldgeber und Partner aus dem privaten Sektor. Hochschulpersonal In der überwiegenden Mehrheit der Staaten gilt in Bezug auf die Definition der Personalkategorien und den dazu gehörenden Einstellungskriterien das Prinzip des regulierenden Staates. Für die Definition aller weiteren Phasen des Personaleinstellungsverfahrens sind hingegen in den meisten Staaten im Wesentlichen die einzelnen Hochschulen zuständig. In der überwiegenden Mehrheit der Staaten gelten die einzelnen Hochschulen als Arbeitgeber des Hochschulpersonals. Die gesamte Studie kann unter www.eurydice.org in englischer oder französischer Sprache heruntergeladen oder telefonisch unter +423 / 236 67 74 bestellt werden. Eurydice auf einen Blick Die wichtigste Aufgabe von Eurydice besteht darin, allen Akteuren im Bildungsbereich und den bildungspolitischen Entscheidungsträgern Informationen und Analysen zur Verfügung zu stellen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Eurydice, das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa, das von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten eingerichtet wurde, bildet einen der strategischen Pfeiler für die Zusammenarbeit im Bildungswesen und ist seit 1980 im Dienste der Erleichterung der Zusammenarbeit durch ein besseres Verständnis der Bildungssysteme und -politiken tätig. Seit 1995 ist Eurydice auch fester Bestandteil des gemeinschaftlichen Programms im Bereich der allgemeinen Bildung. Das Eurydice-Netz setzt sich zusammen aus einer Europäischen Informationsstelle, die in Brüssel angesiedelt ist, und Nationalen Informationsstellen in jedem der 31 Staaten, die am Aktionsprogramm im Bereich des lebenslangen Lernens teilnehmen (die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die drei EFTA/EWR-Staaten und die Türkei), die in der Regel in den Bildungsministerien oder in diesen nahe stehenden Einrichtungen angesiedelt sind. Darüber hinaus unterstützt die Europäische Eurydice-Informationsstelle die Kommission im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen, insbesondere dem Europarat, der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Kontakt: Schulamt Marion Steffens-Fisler, Informationsstelle EURYDICE Tel.: +423 / 236 67 74

Weitere Meldungen: Fürstentum Liechtenstein

Das könnte Sie auch interessieren: