Fürstentum Liechtenstein

pafl: Vernehmlassungsbericht SPES I

    Vaduz (ots) - Vernehmlassungsbericht SPES I

    Vaduz, 9. April (pafl) -  Die Regierung hat den interessierten Kreisen einen Bericht und Vorlagen zur Abänderung des Schulgesetzes, des Lehrerdienstgesetzes und des Subventionsgesetzes zur Umsetzung der Schul- und Profilentwicklung auf der Sekundarstufe I (SPES I) zur Stellungnahme bis 20. Juni 2008 unterbreitet.

    Die optimale Förderung der Kinder und Jugendlichen und ein qualitativ hoch stehendes Bildungsangebot anzustreben sowie überschaubare Schulen zu schaffen sind wesentliche Ziele gemäss gültigem Regierungsprogramm. Den Schulen und Lehrpersonen kommt bei der Umsetzung dieser Ziele eine entscheidende Rolle zu.

    Zentrale Planung und Steuerung lähmen die Eigeninitiative. Ohne Autonomie können sich Schulen nicht aus eigener Kraft weiterentwickeln. Um SPES I zu realisieren, muss sich diese Erkenntnis im Schulgesetz niederschlagen. Die Autonomie soll dabei für alle öffentlichen Schulen gelten. Mit den vorgeschlagenen Änderungen im Schul- und Lehrerdienstgesetz sollen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Schulen sich eigenständig entwickeln. Auf dieser Grundlage sollen sich insbesondere die Schulen auf der Sekundarstufe I profilieren können. Gerade auf dieser Stufe enthält das Schulgesetz engmaschige Regelungen, welche eine eigenständige Entwicklung und Profilierung behindern. Hier gilt es, durch Deregulierung Abhilfe zu schaffen.

    Ein weiteres Anliegen besteht darin, die Übergänge zwischen den Schulstufen (Primarstufe, Sekundarstufen I und II) zu glätten. So sollen die Selektion am Ende der 5. Stufe der Primarschule entschärft, die Organisation innerhalb der Sekundarstufe I (Schulmodell) flexibler und durchlässiger gestaltet sowie der Übergang in die berufliche Grundbildung oder in weiterführende Schulen am Ende der Sekundarstufe I verbessert werden. An allen öffentlichen Schulen sollen Führungsstrukturen errichtet werden.

    Mit der Schul- und Profil-Entwicklung auf der Sekundarstufe I wird ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Bildungschancen unserer Kinder geleistet. SPES I bedeutet, Gutes noch besser machen, auf Bewährtem aufbauen, neue Akzente setzen und vor allem: Eine Schule schaffen, die veränderbar bleibt und die sich den laufenden Veränderungen der Gesellschaft erfolgreich stellt.

    SPES I und die Einführung von Profilschulen bringen viele Vorteile mit sich:

    - Gemeinsame Verantwortung der Lehrerschaft für die gesamte Leistungsbandbreite - Mehr Durchlässigkeit dank Auflösung der starren Dreigliedrigkeit - Geringerer Selektionsdruck am Ende der Primarschule - Das Kind und seine Begabungen stehen im Zentrum - Integration statt Separation - Progymnasiale Förderung in Wohnortsnähe - Gleiche Bedingungen für alle beim Übertritt in die gymnasiale Oberstufe - Optimale Förderung einseitig Begabter - Stärkung der Sozialkompetenz - Positive Leistungsvorbilder für schwächere Schüler - Verbesserter Einbezug der Eltern bei Schullaufbahnentscheiden - Mithalten mit der europaweiten Entwicklung des Bildungswesens

    Die Entwicklungsteams der sechs Schulstandorte erarbeiten und entwickeln gemeinsam mit Experten, der Lehrerschaft und Elternvertretern seit August 2007 ihre Sekundarschule mit Profil. Der vorbereitende Schulentwicklungsprozess dauert bis Sommer 2009.

    Daneben laufen parallel die Vorbereitungen für die notwendigen Anpassungen auf Gesetzesebene. Im nun vorliegenden Vernehmlassungsbericht werden diese erläutert.

Kontakt:
Arnold Kind
Amtsleiter-Stellvertreter Schulamt
Tel. +423 / 236 67 60



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