Fürstentum Liechtenstein

pafl: Brandkatastrophe vor über 2'500 Jahren in Triesen?

Vaduz (ots) - Bei Ausgrabungen kamen die Reste eines abgebrannten urgeschichtlichen Gebäudes zutage. Vaduz, 31. März (pafl) - Im Vorfeld des Neubaus eines Einfamilienhauses an der St. Wolfgangstrasse öffnete eine weitere Notgrabung der Landesarchäologie im Februar 2008 ein neues Fenster in die Besiedlungsgeschichte der Gemeinde Triesen. Dem Gebiet werden die Forscher auch in den kommenden Monaten ihr besonderes Augenmerk schenken. Die Erschliessung und Bebauung des Wieslands zwischen "Galga" und "Meierhof" wird seit fünf Jahren intensiv durch die Landesarchäologie begleitet. Während des gesamten Februars bot die Errichtung eines Einfamilienhauses an der St. Wolfgangstrasse Gelegenheit für eine weitere erfolgreiche Grabungskampagne mit aufschlussreichen Erkenntnissen zur spätbronzezeitlichen und eisenzeitlichen Besiedlung Triesens. Zu den interessantesten Befunden zählen die Überreste einer Hütte. Feuersbrunst in der Siedlung Gut erkennbar waren noch die Ausmasse des Hauses mit einem Grundriss von 3 auf 4 Metern. Inmitten eines Lehmbodens befand sich eine ca. 80 mal 60 cm grosse Feuerstelle. Dieser Befund gehört zu den am besten erhaltenen urgeschichtlichen Gebäuden des Landes. Aus den verkohlten Holzbalken und den verziegelten Lehmbrocken mit Rutenabdrücken schliesst das Team der Landesarchäologie, dass das Haus einem Brand zum Opfer gefallen ist. Dass auch kleine Fundstücke interessante Informationen in sich bergen, beweisen die Lehmknollen. Mit ihnen wurden die Rutenwände, der Boden und die Decke abgedichtet. Die Entdeckung, dass einige davon mit Einstichen verziert waren, ist bisher einzigartig in Liechtenstein. Eine genaue Datierung der archäologischen Befunde ist beim derzeitigen Auswertungsstand noch nicht möglich. Das Haus dürfte in der Zeit zwischen 900 und 400 vor Christus erbaut worden sein. Die Landesarchäologie wird die Bauvorhaben im Gebiet "Galga - Meierhof - St. Wolfgang" weiterhin mit besonderer Sorgfalt begleiten. Dort bietet sich die einmalige Chance, einer über mehrere Jahrtausende währenden Siedlungskontinuität auf die Spur zu kommen. Kontakt: Hochbauamt / Archäologie Hansjörg Frommelt, Abteilungsleiter Tel.: +423 236 75 31

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