Fürstentum Liechtenstein

pafl: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer

    Vaduz (ots) - Erste liechtensteinische Lohnstatistik publiziert

    Vaduz, 10. März (pafl) - Die Abteilung Statistik des Amtes für Volkswirtschaft hat die erste liechtensteinische Lohnstatistik publiziert. Die Lohnstatistik informiert über den mittleren Bruttolohn der in Liechtenstein beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es lassen sich auch die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, zwischen verschiedenen Altersgruppen sowie zwischen Einwohnern und Zupendlern erkennen.

    "Es war seit langem ein Anliegen der Regierung, über eine liechtensteinische Lohnstatistik zu verfügen. Mit dieser Publikation kann eine bedeutsame Lücke im Informationssystem der amtlichen Statistik geschlossen werden", zeigt sich Regierungschef-Stellvertreter Klaus Tschütscher erfreut. Realisiert werden konnte die Lohnstatistik dank der Zusammenarbeit der Abteilung Statistik des Amtes für Volkswirtschaft mit der Steuerverwaltung und der Abteilung Informatik des Amtes für Personal und Organisation.

    Monatlicher Bruttolohn von rund 5'800 Franken

    Im Jahr 2005 betrug der mittlere Bruttolohn der in Liechtenstein beschäftigten Personen 5'819 Franken pro Monat. Im Bruttolohn enthalten sind neben dem Gehalt auch jährliche Zulagen wie Gratifikationen und Boni sowie die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer. Vergleicht man mit dem Lohnniveau in der Schweiz, lag der liechtensteinische Bruttolohn 5 Prozent über dem Bruttolohn gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung von Oktober 2004.

    Die Hälfte der Löhne liegt zwischen 4'500 Franken und 7'800 Franken

    Die Personen im ersten Viertel der Lohnskala verdienten im Jahr 2005 4'489 Franken oder weniger pro Monat, während die Personen im obersten Viertel Bruttolöhne von 7'777 Franken oder mehr erhielten. Die Löhne des ersten Viertels lagen somit 23 Prozent oder mehr unter dem mittleren Bruttolohn von 5'819 Franken. Die Löhne im obersten Viertel lagen dagegen mindestens 34 Prozent über dem mittleren Bruttolohn.

    Die Lohnhöhe ist stark altersabhängig

    In der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen belief sich der mittlere Bruttolohn im Jahr 2005 auf 4'115 Franken und lag damit fast 40 Prozent unter dem Bruttolohn am Ende des Arbeitslebens. Die Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen erreichte einen mittleren Bruttolohn von 6'782 Franken. Besonders steil verläuft der Lohnanstieg im Alter zwischen 20 und 39 Jahren.

    Frauen verdienen 20 Prozent weniger als Männer

    Der mittlere Bruttolohn der Frauen lag im Jahr 2005 um 20 Prozent tiefer als jener der Männer. Bei den Frauen belief sich der mittlere Bruttolohn auf 5'092 Franken, während er bei den Männern 6'381 Franken erreichte. Der prozentuale Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Liechtenstein entspricht praktisch dem Wert, wie er in der Schweiz festgestellt wurde. Die schweizerische Lohnstrukturerhebung von 2004 zeigt einen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von 19.7 Prozent.

    Lohnunterschied von 8 Prozent zwischen Einwohnern und Zupendlern

    Lohnunterschiede ergaben sich auch zwischen den erwerbstätigen Einwohnern und den Zupendlern, wenn auch in geringerem Ausmass als zwischen den Geschlechtern. Der mittlere Bruttolohn der erwerbstätigen Einwohner lag bei 5'972 Franken, während er sich bei den Zupendlern auf 5'531 Franken belief. Dies entspricht einem Lohnunterschied von 8 Prozent.

    Mögliche Gründe für Lohnunterschiede

    Bei der Beurteilung der Lohnunterschiede ist zu berücksichtigen, dass diese zum Teil auf objektive Faktoren wie Alter, Ausbildung, Branche oder Anforderungsniveau der Arbeitsplätze zurückzuführen sind und deshalb nicht unmittelbar auf eine Lohndiskriminierung geschlossen werden kann.

Kontakt:
Amt für Volkswirtschaft
Abteilung Statistik
Wilfried Oehry, Abteilungsleiter
Tel.: +423 236 64 50



Weitere Meldungen: Fürstentum Liechtenstein

Das könnte Sie auch interessieren: