Fürstentum Liechtenstein

pafl: Das Haus, in dem sie wohnten

      (ots) - Die Urgeschichte in Triesen beginnt zu leben

    Vaduz, 24. April (pafl) - Die Gräben für neue Werkleitungen in der Fürst-Johann-Strasse in Triesen geben den Blick in die Besiedlungsgeschichte der Gemeinde vor knapp 3000 Jahren frei. Dem Baugebiet am nördlichen Dorfrand wird die Landesarchäologie in der nächsten Zeit erhöhte Aufmerksamkeit widmen.

    Die Gemeinde Triesen erschliesst das Gebiet Galga - Meierhof - St. Wolfgang mit neuen Werkleitungen und Strassen. Die Arbeiten werden schon seit drei Jahren durch die Landesarchäologie begleitet. Diese intensiven Beobachtungen zeigen nun erstaunlichen Erfolg.

    Fest steht mein Haus

    Vor wenigen Tagen wurden die Reste eines urgeschichtlichen Gebäudes freigelegt. Es handelt sich dabei um die bisher spektakulärste Entdeckung im Bereich der Fürst-Johann-Strasse. Das Haus datiert in die Zeit zwischen 900 und 400 v. Christus. Es hat einen Grundriss von rund 4 x 5 Metern, einen gestampften Hausboden und eine grosse, gefestigte Feuerstelle. Hier wohnte und kochte vor 3000 Jahren eine Familie der eisenzeitlichen Bewohner von Triesen. Wahrscheinlich bereitete ein Rüfegang der Siedlung ein Ende.

    Keramik als wichtiger Fundgegenstand

    Für die Archäologen sind die beiden Keramikgefässe, die in der Südostecke des Hauses zum Vorschein kamen, ein Glücksfall. Das eine stand aufrecht auf dem Boden und ist noch bis zur Hälfte erhalten. Das andere lag direkt daneben und ist stark eingedrückt. Aufgrund ihrer mangelnden Qualität und wegen des feuchten Bodens befindet sich die Keramik in einem schlechten Erhaltungszustand. Die Restauratorin der Landesarchäologie festigte die Gefässfragmente, um zu verhindern, dass diese während des Bergens aus dem Boden weiter beschädigt werden. Sobald die Töpfe restauriert und ihre Form und Machart erkennbar sind, werden sie wichtige Hinweise zur exakten Datierung des Gebäudes geben.

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Archäologie
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