Fürstentum Liechtenstein

pafl: Jahrestagung der Guardini-Stiftung in Berlin

      (ots) - Vortrag des liechtensteinischen Botschafters

    Vaduz, 29. Juni (pafl) - Am 23. Juni 2006 lud die Guardini- Stiftung in Berlin zu ihrer Jahrestagung in die Akademie der Künste ein. Mit der Präsentation von Gegenwartskunst und der Förderung des interkonfessionellen Dialogs zwischen Künstlern und Wissenschaftlern steht die Stiftung in der geistigen Tradition ihres Namensgebers Romano Guardini (1885-1968). Mit geistiger Ausstrahlung weit über Berlin hinaus vertrat Guardini ein katholisches Welt- und Menschenbild, mit dem er auch in evangelischen Kreisen Verständnis weckte und Anerkennung erwarb. Er machte das Dreieck "Kunst, Wissenschaft und Glauben" zum Mittelpunkt seines Schaffens.

    Auf der diesjährigen Tagung war Botschafter Josef Wolf, der beratendes Mitglied im Guardini-Stiftungsrat ist, zu einem Vortrag eingeladen. Unter dem Titel "Europa 'denken'. Die humanistische Bildung als geistige Voraussetzung für die europäische Einigung" stellte Wolf den Zusammenhang zwischen schulischen und universitären Bildungsinhalten einerseits und den Zukunftsaussichten der europäischen Integration andererseits her. Dem weitgehend wirtschaftlich geprägten Integrationsbegriff stellte er den politisch-geistig inspirierten Europagedanken gegenüber. Nur in Rückbesinnung auf die historischen, religiösen, kulturellen und wissenschaftlichen Wurzeln sei das europäische Projekt auch für die Fragen der Zukunft gerüstet. Der humanistischen Bildung maß er in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung zu. Nur wer wisse, was Europa einmal war und heute ist, könne auch entwickeln, was es einmal werden soll.

    Anschließend stellte sich Wolf in einer Podiumsdiskussion den Fragen der geladenen Gäste. Neben ihm diskutierten Professor Rémi Brague (Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Université Panthéon-Sorbonne in Paris und an der Ludwig-Maximilians-Universität München), Professor Hans Poser (Lehrstuhl für Philosophie an der Technischen Universität Berlin) und Professor Tomasz Wcawski (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen).



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