Fürstentum Liechtenstein

pafl: Tagesstrukturen und Tagesschulen

(ots) - Vaduz, 19. Mai (pafl) - Die Regierung beabsichtigt, auf das Schuljahr 2007/08 zwei Tagesschulen oder Teil-Tagesschulen an bestehenden Schulstandorten einzurichten. Davon soll eine im Oberland und eine im Unterland aufgebaut werden. Das Schulamt wird ein Projekt mit den strukturellen, finanziellen und personellen Auswirkungen ausarbeiten. Darin sollen sowohl die Kindergärten als auch die Primarschulstufe integriert sein. Die Sekundarschulen sollen im Rahmen des Vorprojektes "Weichenstellung und Grundlagen zur Schul- und Profilentwicklung auf der Sekundarstufe I (SPES I)" mitberücksichtigt werden. Die Bedürfnisanalyse "Tagesstrukturen und ausserhäusliche Betreuung" hat gezeigt, dass neue Unterstützungsstrukturen gefragt sind. Tagesschulen antworten auf veränderte gesellschaftliche und familiäre Strukturen. Ebenso ist es ein bildungspolitisches Anliegen, besonders im Nachgang zu den PISA-Untersuchungen, die Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler zu erhöhen. Tagesstrukturen bzw. Tagesschulen sind diesbezüglich eine effektive Massnahme. Durch die Einführung des Schulprojekts "Kleinschule Planken" ab dem Schuljahr 2006/2007 besteht bereits ein Modell der ergänzenden Angebote, das Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe und Freizeitbetreuung in Zusammenarbeit mit der Kinderbetreuung umfasst. Die Regierung empfiehlt den Schulleitungen, ihr Angebot im Bereich "Hausaufgabenhilfe/Lernbegleitung" den Bedürfnissen entsprechend weiter auszugestalten und den Eltern bekannt zu machen. Den einzelnen Gemeinden wird empfohlen, die Koordinations- und Aufbauarbeit weiterzuführen unter Berücksichtigung folgender Punkte: Individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern; Förderung der sozialen Kompetenzen; Förderung der Sprach- und Kultur-Kompetenzen; Integration der Kinder mit Migrationshintergrund; Förderung der Chancengleichheit von Kindern aus bildungsfernem Elternhaus; Unterstützung von Alleinerziehenden und bei Berufstätigkeit beider Elternteile. Die Gemeinden werden dabei vor allem aufgefordert, sich an "best-practise"-Beispielen zu orientieren. Es ist wichtig zu betonen, dass Angebote an Tagesstrukturen eine Anlaufzeit brauchen, bis sie in entsprechendem Masse genutzt werden. Familien brauchen erst die Sicherheit, dass solche Rahmenbedingungen vorhanden sind, um sich in ihrer Planung auf diese Bedingungen abzustützen. Wer die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit erhöhen will, muss Angebote im Voraus schaffen. Kontakt: Ressort Bildungswesen Corina Beck Tel.: +423/236 76 68 corina.beck@mr.llv.li

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