F├╝rstentum Liechtenstein

pafl: Aufbau eines Pensionsfonds-Standortes Liechtenstein

      (ots) - Vaduz, 7. Dezember (pafl) ┬ľ Regierungschef-Stellvertreter
Klaus Tsch├╝tscher hat am 7. Dezember 2005 die von der Regierung in
Auftrag gegebene Studie "Pensionsfonds-Standort Liechtenstein" den
verschiedenen Verb├Ąnden und Institutionen Liechtensteins
vorgestellt. Mit der Verabschiedung der Richtlinie 2003/41/EG ├╝ber
die T├Ątigkeit und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der
betrieblichen Altersversorgung vom 3. Juni 2003 (im Folgenden
Pensionsfonds-Richtlinie genannt) ist in der Europ├Ąischen Union (EU)
ein erster, wichtiger Schritt zu einem europ├Ąischen Binnenmarkt f├╝r
die betriebliche Altersversorgung gemacht worden. Die Richtlinie
zielt darauf ab, eine grenz├╝berschreitende T├Ątigkeit der
Pensionsfonds zu erm├Âglichen. Die Pensionsfonds-Richtlinie l├Ąsst
sich vor dem Hintergrund der aufgrund der demographischen
Entwicklung zunehmenden Probleme der staatlichen Rentensysteme
leicht nachvollziehen. Der Markt f├╝r betriebliche Altersvorsorge
weist ein betr├Ąchtliches Volumen an Sparkapitalien auf, welches noch
weiter zunehmen wird.

    Die Richtlinie sollte Anfang 2006 in den EWR-Acquis aufgenommen werden, weshalb sich eine Umsetzung aufdr├Ąngt. Dies soll nach Auffassung der Regierung aber nicht als l├Ąstige Umsetzungspflicht geschehen, sondern es sollen die sich aufgrund der Richtlinie ergebenden Chancen f├╝r Liechtenstein genutzt werden. Im Kontext der Entwicklung auf europ├Ąischer Ebene, wie auch des wachsenden Marktes f├╝r betriebliche Altersversorgung generell, hat die Regierung daher das Institut f├╝r Versicherungswirtschaft der Universit├Ąt St. Gallen (I.VW) mit der Ausarbeitung einer Studie beauftragt. Dabei sollte gepr├╝ft werden, welche Chancen und Gefahren f├╝r Liechtenstein in diesem Markt bestehen. Das I.VW hat seine Studie ┬äPensionsfonds- Standort Liechtenstein┬ô am 2. Dezember 2005 der Regierung ├╝bergeben.

    Die Studie kommt zum Schluss, dass in der EU ein wachsender Markt f├╝r Pensionsfonds besteht und die Pensionsfonds-Richtlinie, welche die grenz├╝berschreitende L├Âsung von Altersvorsorge-Problemen im Europ├Ąischen Wirtschaftsraum (EWR) erm├Âglicht, den europ├Ąischen Binnenmarkt f├╝r die betriebliche Altersversorgung verst├Ąrken wird. Die Umsetzung der Pensionsfonds-Richtlinie und vor allem auch die Art und Weise wie die Aufsicht ├╝ber Pensionsfonds wahrgenommen werde, beeinflusse die Standortwahl in wesentlichem Masse. Auch die Besteuerung wird ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl sein. Insgesamt werde ein Wettbewerb der Systeme ┬ľ insbesondere der Aufsichtssysteme ┬ľ stattfinden. Gem├Ąss Studie hat Liechtenstein eine echte Chance, sich erfolgreich als Standort f├╝r qualitativ gute Pensionsfonds zu etablieren. Es kann die bereits vorhandene Infrastruktur und bestehendes Know-How im Bereich der Finanzdienstleistungen und deren Beaufsichtigung nutzen.

    Die Regierung hat daher die Finanzmarktaufsicht (FMA) beauftragt, basierend auf den Erkenntnissen der Studie standortattraktive, wirksame gesetzliche Rahmenbedingungen f├╝r die Gr├╝ndung und den Betrieb von Pensionsfonds auszuarbeiten. Eine entsprechende Vernehmlassungsvorlage soll bis Ende Februar 2006 vorliegen.

Kontakt:
Finanzmarktaufsicht
Mario Gassner
Tel.:  +423/236 68 83



Weitere Meldungen: F├╝rstentum Liechtenstein

Das könnte Sie auch interessieren: