Fürstentum Liechtenstein

pafl: Auslagerung führt zu Mehraufwand

      (ots) - Ausgliederungen im Ausländer- und Passamt gefährden
erfolgreiche Strukturen

    Vaduz, 30. März (pafl) - Das Ausländer- und Passamt leidet unter akuter Raumnot. Damit einher gehen Sicherheitsprobleme. Mit einer räumlichen Erweiterung können diese Probleme gelöst werden. Eine Auslagerung einzelner Abteilungen hingegen würde zu personellem, organisatorischem und finanziellem Mehraufwand führen. Zudem würde die erfolgreiche Kontrolle illegaler Migration erschwert.

    "Abgesehen von den beengten Platzverhältnissen ist die Organisation des Ausländer- und Passamtes optimal auf die Bedürfnisse Liechtensteins zugeschnitten", so Amtsleiter Hans Peter Walch. Eine Ausgliederung einzelner Abteilungen würde jedoch diese Strukturen gefährden und neue Probleme erzeugen.

    Aufnahmezentrum in den Gemeinden?

    Als Alternative zur Erweiterung des Sicherheitszentrums wird gelegentlich eine Auslagerung der Abteilung Asyl und Flüchtlinge samt Aufnahmezentrum diskutiert. Dieser Schritt ist in der Praxis aber nicht realisierbar und letztlich auch nicht sinnvoll.

    Es wäre mit grossem Widerstand in den Gemeinden zu rechnen. Das hat sich schon 1998 gezeigt, als ein Standort für das Aufnahmezentrum gesucht wurde. Hinzu kommt, dass die Arbeit dieser Abteilung eng mit der Tätigkeit der Polizei in Verbindung steht: "Trotz aller Kommunikationstechnik braucht es für Überführungen, Transporte, Befragungen, kriminaltechnische Untersuchungen, Ausschaffungen und dergleichen nach wie vor die Zusammenarbeit von Ausländer- und Passamt und Polizei", erklärt Hans Peter Walch. Räumliche Nähe ist daher für ein effizientes und wirtschaftliches Arbeiten unerlässlich.

Synergien durch Sicherheitszentrum

    Eine weitere vermeintliche Alternative bestünde in der Auslagerung der Abteilungen 'Pässe' und 'Bewilligungen'. Dies würde jedoch zu einem personellen und organisatorischen Mehraufwand führen, da an den verschiedenen Standorten unter anderem parallele Kundenschalter betrieben werden müssten.

    Die jetzige Organisationsstruktur erlaubt es hingegen, an einem Schalter die Kundengeschäfte sämtlicher Abteilungen durchzuführen. Dadurch werden bei minimalem Personalaufwand erhebliche Synergien geschaffen.

Illegale Einwanderung verhindern

    Die Organisation des Ausländer- und Passamtes beruht auch auf dem Grundsatz der "Einheit der Materie". Amtsleiter Walch ergänzt: "Was inhaltlich zusammengehört, darf nicht räumlich getrennt werden".

    Die Zuwanderung nach Liechtenstein geschieht auf legalem, aber auch auf illegalem Weg. Bezüglich des Erhalts einer Aufenthaltsbewilligung darf es nicht vorteilhafter sein, illegal in unser Land einzureisen. Deshalb muss man Migration, egal auf welchem Wege, als Ganzes sehen. Folgerichtig nimmt das Ausländer- und Passamt die Beurteilung in allen Fällen vor. Zudem kann durch die enge Zusammenarbeit von Ausländer- und Passamt sowie Polizei und deren räumliche Nähe die illegale Zuwanderung bestmöglich verhindert werden.

    "Wenn das Ausländer- und Passamt Platzmangel hat, muss dieses Problem mit einer räumlichen Erweiterung des Sicherheitszentrums angegangen werden und nicht mit einer zwangsweisen Auflösung der gewachsenen Strukturen. Durch eine ineffiziente und ebenfalls Kosten verursachende Mietvariante neue Probleme zu schaffen, ist der falsche Weg", so Walch.

Kontakt:
Ausländer- und Passamt
Hans Peter Walch
Tel.:  +423/236 61 40



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