Fürstentum Liechtenstein

pafl: Hohe Ozonkonzentrationen fordern weitere Anstrengungen in der Luftreinhaltepo-litik

(ots) - Vaduz, 17. Juli (pafl) - Bei heissem Sommerwetter steigen die Ozon-Konzentrationen in die Höhe und überschreiten die zum Schutz von Mensch und Vegetation festgelegten Grenzwerte. Weitere dauerhaft wirksame Massnahmen zur Minderung der Ozon- Vorläufersubstanzen wie NOx und VOC sind notwendig. Die Ozongrenzwerte sind in den vergangenen Tagen in Liechtenstein und weiten teilen der Schweiz wiederum stark angestiegen. Sie überschritten den Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter zum Teil deutlich. An der Messstation in Vaduz wurde der Grenzwert in der Zeit von Anfang Jahr bis Mitte Juli, mit einer Spitzenbelastung von 182 Mikrogramm pro Kubikmeter, 340 Mal überschritten. Insgesamt wurde der Grenzwert bereits mehr als doppelt so häufig überschritten als während des ganzen Jahres 2002. Dazu haben unter anderem auch die für die Ozonbildung günstigen meteorologischen Verhältnisse beigetragen. Die Emissionen der Vorläufersubstanzen NOx (Stickoxide) und VOC (flüchtige Kohlenwasserstoffe), aus denen das Ozon bei hoher Sonneneinstrahlung entsteht, sind seit Mitte der achtziger Jahre bis heute stark zurückgegangen. Dies vor allem dank technischen Massnahmen beim motorisierten Verkehr, in der Industrie und beim Gewerbe sowie der Lenkungsabgabe auf VOC. Wegen komplexen Ozonbildungs- und Abbauprozessen wurden die Ozonkonzentrationen jedoch nicht proportional reduziert. Während die Ozonspitzenwerte leicht zurückgegangen sind, hat sich die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen kaum verändert. Die Häufigkeit der Grenzwertüberschreitungen zeigt, dass in Liechtenstein weitere, dauerhaft wirksame Massnahmen in der Luftreinhaltung notwendig sind. Dies bedingt, dass in allen Bereichen die besten verfügbaren Technologien zur Minderung der Emissionen eingesetzt werden. Dabei sind sowohl der Bereich Verkehr als auch die Industrie und das Gewerbe betroffen. Behördlich verordnete kurzfristige Sofortmassnahmen sind hingegen nicht angezeigt. Sie kommen wegen den komplexen Ozonbildungs- und Abbauprozessen zu spät und tragen kaum etwas zur Senkung der Belastung bei. Aufgerufen ist auch jede Bürgerin und jeder Bürger: Die Entstehung von Ozon- und auch weiterer Schadstoffe wie Feinstaub, NO2, und VOC- lässt sich verringern, indem kurze Strecken zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, indem der öffentliche Verkehr benutzt wird, indem lösungsmittelfreie oder -arme Produkte verwendet werden oder indem im Hobby- und Gartenbereich zumindest in 2-Takt- Benzinmotoren schadstoffarme Gerätebenzine eingesetzt werden. Kontakt: Amt für Umweltschutz Theo Kindle Tel.: +423/236 61 90

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