Fürstentum Liechtenstein

Informationsaustausch über Drogenpolitik

    Vaduz (ots) - Am vergangenen Dienstag war eine Delegation des
Bundesamtes für Gesundheit unter der Leitung von Professor Thomas
Zeltner in Liechtenstein zu Gast. Nach einem Informationsaustausch
mit der Kommission für Suchtfragen stand ein Arbeitsgespräch mit der
Regierung sowie liechtensteinischen Experten im Zentrum des Besuches.
    
    Die schweizerische Drogenpolitik stösst international auf grosses
Interesse seit der Schliessung der offenen Drogenszenen und der
kontrollierten Heroinabgabe an Schwerstsüchtige. Die geplante
Entkriminalisierung des Cannabiskonsums, die nebst anderen Zielen und
Massnahmen voraussichtlich im 2003 zur Volksabstimmung gelangen wird,
hat sehr kontroversielle Reaktionen ausgelöst. Die Schweiz ist daher
bemüht, ihre Drogenpolitik zu erörtern, dabei spielen die
Nachbarländer naturgemäss eine besondere Rolle.  
    
    Auch Liechtenstein stellte seine Drogenpolitik vor, die seit 1997
von der Idee der Entkriminalisierung der Konsumenten ausgeht. Von
beiden Seiten wurde festgestellt, dass beide Länder in ihren
Überlegungen weitgehend übereinstimmen. Wenn auch die Zielsetzungen
praktisch identisch sind, müssen die Massnahmen und die Strategien
den jeweiligen Gegebenheiten des Landes angepasst sein.
Dementsprechend wurden einige Unterschiede festgestellt. Die
Vertreter des Bundesamtes zeigten sich an den sog.
Diversionsmassnahmen besonders interessiert. Diese ermöglichen es der
Staatsanwaltschaft, Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz ohne
Strafverfahren zu behandeln.
    
    Für die Schweiz stellt Liechtenstein gemäss Ausführungen des
Direktors des Bundesamtes einen der verständnisvollsten Partner ihrer
Drogenpolitik dar. Liechtenstein wartet nicht nur mit Interesse die
nächsten Schritte der Schweiz in der Drogenpolitik ab, sondern ist
seinerseits Dank seiner eigenständigen Entwicklung in den letzten
Jahren auf die Neuerungen im Nachbarland gut gerüstet.  
    
    Die Gespräche fanden in einem freundschaftlichen Rahmen statt. Mit
Befriedigung wurde festgestellt, dass beide Länder voneinander lernen
können. Der Erfahrungsaustausch soll in Zukunft sowohl auf Experten
als auch auf politischer Ebene intensiv gepflegt werden.

ots Originaltext: pafl
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