Fürstentum Liechtenstein

Ergebnis der Meinungsumfrage zu den Jugendschutzbestimmungen an der Lihga

Es haben sich rund 3'100 Besucherinnen und Besucher mit Fragen   zum Jugendschutz auseinandergesetzt und ihre Meinung gesagt          Vaduz (ots) - Der Kinder- und Jugenddienst des Amtes für Soziale Dienste hat an der Lihga eine Meinungsumfrage zu den Jugendschutzbestimmungen durchgeführt. Das Amt hat den Auftrag, das Jugendgesetz von 1979 zu überarbeiten. Es stellt sich die Frage, ob die vorhandenen Jugendschutzbestimmungen nach mehr als zwanzig Jahren veraltet sind oder auch heute noch den Vorstellungen in unserer Gesellschaft entsprechen. Zur Diskussion standen die Ausgangsregelung, der Konsum von Alkohol und Zigaretten durch Jugendliche sowie die Frage der Verantwortlichkeit für die Abgabe von Alkohol und Zigaretten an Kinder und Jugendliche. 1'800 Erwachsene und 1'300 Jugendliche haben sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt und ihre Stimme abgegeben. Es fanden rege Diskussionen mit den Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter des Kinder- und Jugenddienstes statt. In die Mailbox konnten weitere Anliegen, Anregungen und Kritik abgegeben werden.

      Bier und Wein ab 16 Jahren - oder doch erst ab 18 Jahren?

    Mit wieviel Jahren sollen Jugendliche Bier und Wein trinken dürfen?

    Rund 1'520 Personen (860 Erwachsene, 660 Jugendliche) haben sich für die Beibehaltung der Altersbegrenzung von 16 Jahren für den Konsum von Bier und Wein ausgesprochen. Allerdings haben immerhin rund 1'250 Personen (810 Erwachsene, 440 Jugendliche) für die Anhebung der Altersgrenze auf 18 Jahre abgestimmt.

  Aus der Mailbox: «Der Mineralwasserpreis soll niedriger sein für Jugendliche!».

    Verkäufer, Eltern und Wirte sind zuständig

    Wer soll dafür verantwortlich sein, dass an Jugendliche keine Tabakwaren und kein Alkohol abgegeben wird?

    Bei dieser Frage konnte man mehreren zur Auswahl stehenden Personengruppen je eine Stimme abgeben.

    Verkäuferinnen/Verkäufer: 2'200 Stimmen (1'410 Erwachsene, 790 Jugendliche)

    Eltern: 2'040 Stimmen (1260 Erwachsene, 780 Jugendliche)     Wirtinnen/Wirte: 1'480 Stimmen (1'110 Erwachsene, 370 Jugendliche)     Jugendliche: 970 Stimmen (520 Erwachsene, 450 Jugendliche)     Landes- und Gemeindepolizei: 390 Stimmen (210 Erwachsene, 180       Jugendliche)     Lehrerinnen/Lehrer: 350 Stimmen (210 Erwachsene, 140 Jugendliche     Kinder- und Jugenddienst: 260 Stimmen (120 Erwachsene, 140       Jugendliche)

    Eltern sollen die Verantwortung gegenüber ihren Kindern in Jugendschutzangelegenheiten wahrnehmen. Eltern erwarten von Verkäufern und Wirten, dass sie keinen Alkohol und keine Tabakwaren an ihre Kinder verkaufen, wenn diese die Altersgrenzen noch nicht erreicht haben. Für viele Eltern ist klar, dass der einzige Weg strikte Ausweiskontrollen sind.

    Die Abstimmung hat gezeigt, dass die Verantwortung nicht an Behörden oder Lehrer abgeschoben wird, sondern nach Meinung von mehr als 2'000 Erwachsenen und Jugendlichen bei den Personen liegen, die den Jugendlichen am nächsten sind bzw. beim Kauf im direkten Kontakt mit ihnen stehen.

    Aus der Mailbox: «Ältere Jugendliche sollten Verantwortung tragen für Jüngere»; «Hauptverantwortlich fürs Rauchen ist der Erzeuger selbst». Diese Säule hat gefehlt, nämlich für die Erzeuger bzw. Hersteller.

    Glückliche Gewinnerinnen und Gewinner

    Kinder und Jugendliche, die bei der Abstimmung des Kinder- und Jugenddienstes mitgemacht haben, konnten auch an einer Verlosung teilnehmen. Anlässlich seines Besuches im Jugendzelt zog Regierungschef Otmar Hasler zwei glückliche Gewinnerinnen und einen glücklichen Gewinner. Es gewannen Giulia Wäger aus Triesen ein Skateboard, Jaldoon Casucci aus Schaan einen Micro-Scooter und Fabienne Gredig aus Ruggell ein Paar Rollerblades. Die Preise wurden von der Firma Brogle Sport und Mode in Vaduz gesponsort.

    Schnaps ab 18 Jahren - keine Diskussion

    Mit wieviel Jahren sollen Jugendliche Schnaps trinken dürfen?

    Eine ganz deutliche Mehrheit von rund 2'530 Personen (1'600 Erwachsene, 930 Jugendliche) haben sich für den Konsum von Schnaps ab 18 Jahren entschieden.

    Auffallend viele erwachsene, aber auch jugendliche Besucherinnen und Besucher haben die Antwort «gar nicht» vermisst und würden sich wünschen, dass unsere Gesellschaft ganz auf Schnaps verzichten würde.

    Zigaretten ab 18 Jahren

    Mit wieviel Jahren sollen Jugendliche Zigaretten rauchen dürfen?

    Eine Mehrheit von rund 1'450 Besucherinnen und Besucher (850 Erwachsene, 600 Jugendliche) hat sich für den Konsum von Zigaretten ab 18 Jahren ausgesprochen. Für die Beibehaltung der vorhandenen Altersgrenze von 16 Jahren haben rund 1'080 Personen (540 Erwachsene, 540 Jugendliche) abgestimmt.

    Die Realität ist weit davon entfernt. Das Rauchalter ist teilweise tief darunter. In einzelnen Schulklassen rauchen nach Angaben von Jugendlichen bis zu 80% der 14-jährigen Schülerinnen und Schüler. Auch von Primarschulen wurde schon mehrmals Zigarettenkonsum gemeldet.

    Aus der Mailbox: «Solange Zigaretten aus jedem unbeaufsichtigten «Selecta»-Automaten oder im Wirtshaus vor den WCs eingekauft werden können, ist die Altersbeschränkung völlig sinnlos».

    Die Ausgangsregelung war am meisten umstritten

    Wie lange sollen Jugendliche in den «Ausgang» gehen dürfen?    Rund
1'430 Besucherinnen und Besucher (730 Erwachsene, 700 Jugendliche)
haben sich dafür ausgesprochen, dass es keine gesetzliche
Ausgangsregelung mehr geben soll.         1'700 Personen haben sich für
eine der drei angebotenen Ausgangsregelungen entschieden: 1'080
Personen (820 Erwachsene, 260 Jugendliche) sind für die Beibehaltung
der vorhandenen Ausgangsregelung (unter 14 Jahre bis 21.00 Uhr, unter
16 Jahre bis 23.00 Uhr und unter 18 Jahre bis 24.00 Uhr), wobei
mehrfach eine Lockerung für die über 16-Jährigen gewünscht wurde. Die
Vorarlberger Regelung würde diesem Wunsch gerecht (16- und 17-
Jährige dürfen bis 2.00 Uhr in den Ausgang gehen), andererseits
dürfen im Nachbarland unter 14-Jährige bis 23.00 Uhr fortbleiben, was
wiederum für die meisten unverständlich und unerwünscht war. Daher
haben nur 370 Personen (170 Erwachsene und 200 Jugendliche) für
diesen Vorschlag abgestimmt. Bei der dritten Variante (unter 12 Jahre
bis 22.00 Uhr, unter 14 Jahre bis 23.00 Uhr, unter 16 Jahre bis 24.00
Uhr, ab 16 Jahren keine Regelung) haben dieselben Gründen dazu
geführt, dass nur 220 Personen sich für diesen Vorschlag entschieden
haben.

    Anderer Meinung war eine Gruppe von Jugendlichen: «Man sollte mit
14 Jahren bis 24.00 Uhr ausgehen dürfen»; «auch 12-Jährige wollen
länger als bis 21.00 Uhr draussen bleiben dürfen».         Aus der
Mailbox: «Ausgangsregelung: Eine Richtlinie finde ich schon wichtig,
es sollte jedoch von den Eltern entschieden werden».

    Insbesondere bei der Ausgangsregelung ist zu berücksichtigen, dass auch viele Schweizer Besucherinnen und Besucher abgestimmt haben und die angrenzende Schweiz eine gesetzliche Ausgangsregelung nicht kennt.

    Stimmungsbild

    Bei der Auswertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass es sich nicht um eine nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte repräsentative Umfrage handelt, sondern die Meinung der Lihga- Besucherinnen und Besucher erfasst wurden.

    Die Stimmenanzahl wurde der Einfachheit halber abgerundet.

    Dennoch zeigen die Resultate deutliche Aussagen zu den Jugendschutzfragen und werden entsprechend in der derzeitigen Revision zum Jugendgesetz berücksichtigt werden.

ots Originaltext: pafl
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