Fürstentum Liechtenstein

Die Feuerbrandbekämpfung geht weiter

    Vaduz (ots) - Bis jetzt wurde dieses Jahr in Liechtenstein noch keine Pflanze mit Feuerbrandbefall festgestellt. Die mit der Überwachung und Bekämpfung des Feuerbrandes beauftragten Organe führen weiterhin Kontrollen durch. Die Bevölkerung wird weiterhin aufgerufen, befallsverdächtige Pflanzen den Gemeindekontrolleuren zu melden.

    Die Feuerbrandsituation ist momentan in Liechtenstein bemerkenswert ruhig. Dies kann auf das Zusammenwirken mehrerer günstiger Umstände zurückgeführt werden. Der starke Winterfrost trug dazu bei, dass Spätinfektionen mit dem Bakterium an Jungtrieben aus dem letzten Jahr eliminiert wurden. Die Rodung der im vergangenen Jahr entdeckten Feuerbrandpflanzen führte zu einer Reduktion des Frühinfektionsrisikos. Die nass kalte Frühlingswitterung trug dazu bei, dass während der Blütezeiten von Birnen-, Apfel- und Quittenbäumen keine Infektionsbedingungen zu registrieren waren. Die Hauptinfektionsperioden in der 2. Hälfte Mai und Anfang Juni waren spät, die meisten Kernobstbäume waren bereits verblüht. Die hochsommerlichen Temperaturen im Juni führten wahrscheinlich auch dazu, dass das Feuerbrandbakterium an Infektionsstellen vertrocknete. Dennoch muss auch zukünftig eine erhöhte Achtsamkeit an den Tag gelegt werden, um bisher unentdeckte oder neu auftretende Befallspflanzen finden beziehungsweise roden zu können. Der Feuerbrand wird weiterhin mit der Strategie der Tilgung bekämpft.

    Das Krankheitsbild

    Das Krankheitsbild des Feuerbrandes ist sehr unterschiedlich. U-förmig gekrümmte Triebspitzen, verwelkte Blüten und Blätter, die anschliessend eintrocknen und absterben, sind typische Krankheitsbilder. Das Bakterium kann sich innerhalb der ganzen Pflanze ausbreiten und während einer Vegetationsperiode zum vollständigen Absterben führen. Die Feuerbrandbakterien, die für Mensch und Tier nicht gefährlich sind, werden hauptsächlich von Insekten übertragen. Besondere Aufmerksamkeit ist daher im Frühsommer geboten. Eine konsequente Überwachung der Wirtspflanzen auf mögliche Erscheinungsbilder soll erfolgen.

    Verhindern der Ausbreitung

    Die Ausbreitung der Krankheit kann nur durch die konsequente Rodung und sofortige, fachgerechte Entsorgung des befallenen Pflanzenmaterials eingedämmt werden. Dies erfolgt durch die mit der Feuerbrandbekämpfung beauftragten Organe, welche dafür ausgebildet sind.

    Im Herbst kann jeder Gartenbesitzer mit der Entfernung von nicht befallenen, aber feuerbrandanfälligen Pflanzen (z.B. Cotoneaster dammeri) freiwillig einen Beitrag leisten. So reduziert sich das Wirtsspektrum dieser Krankheit, vor allem für das kommende Frühjahr.

    Es besteht Meldepflicht

    Werden bei Kernobstbäumen und Zierpflanzen verdächtige Veränderungen (U-förmig gekrümmte, dürre oder abgestorbene Triebe bzw. Blätter) beobachtet, so haben Obstbaum- und Gartenbesitzer unverzüglich ihre Gemeindeverwaltungen zu informieren. Die zuständigen Organe werden die verdächtigen Pflanzen beurteilen. Besteht Verdacht, werden Laboruntersuchungen vorgenommen, die den Feuerbrandbefall bestätigen können. Befallenes Pflanzenmaterial soll nicht berührt werden. Eine mögliche weitere Übertragung kann somit vermieden werden. Die nachweislich befallenen Pflanzen werden von den beauftragten Organen unverzüglich gerodet und entsorgt.

    Vorsorgliche Rodungen

    Als vorsorgliche Massnahme wurde bereits im späten Frühjahr 2002 eine vorsorgliche Rodungsaktion von hochempfindlichen und nicht befallenen Cotoneaster Arten in allen Gemeinden durchgeführt. Die vorsorglichen Rodungen sind grösstenteils abgeschlossen. Genaue Angaben zu den vorsorglich gerodeten Pflanzen können erst nach Vorliegen aller Zahlen gemacht werden.

    In diesem Zusammenhang ergeht ein besonderer Dank an die Bevölkerung, die mit ihrer aktiven Mithilfe im Rahmen der vorsorglichen Bekämpfung des Feuerbrandes einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben.

    Aufruf zur Mithilfe

    Mit der Meldung von Zierpflanzen und Obstbäumen mit Verdachtssymptomen an die Gemeindeverwaltungen helfen Sie mit diese gefährliche Krankheit zu bekämpfen. Nur so kann auf Dauer eine weitere Ausbreitung des Feuerbrandes vermieden werden.

    Feuerbrandswirtspflanzen

    Feuerbrand befällt nur Pflanzen aus der Gruppe der apfelähnlichen Rosengewächse, das heisst, wilde und kultivierte Pflanzen, die Früchte mit einem Kerngehäuse und einer Fliege entwickeln.

    - Kernobst: Apfel, Birne, Quitte

    - Zierpflanzen: Cotoneaster (Steinmispel), Pyracantha (Feuerdorn),
        Photinia (Stranvaesia), Chaenomeles (Scheinquitte), Mispel

    - Wildpflanzen: Weissdorn, Mehlbeerbaum, Vogelbeerbaum (Eberesche)

    Die Arten sind unterschiedlich anfällig. Zudem ist eine Infektion vor allem vom Blühzeitpunkt und den Witterungsbedingungen während der Blüte abhängig. Für eine Infektion braucht es warme, feuchte Tage.

ots Originaltext: pafl
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