Fürstentum Liechtenstein

IBK-Projekt: Streptomycin in Honig

Rund um den Bodensee: Frühlingshonig kaum mit Streptomycin verunreinigt          Vaduz (ots) - Die erste grenzüberschreitende Untersuchungskampagne innerhalb der IBK zeigt, dass rund um den Bodensee das Verbot, Feuerbrand mit Streptomycin zu bekämpfen, grösstenteils eingehalten wurde, da in über 99 Prozent der untersuchten Frühlingshonige kein Streptomycin nachgewiesen wurde.          Anlässlich der ersten gemeinsamen, grenzüberschreitenden   Untersuchungskampagne innerhalb der Internationalen   Bodenseekonferenz (IBK) wurden hinsichtlich einer Kontamination   mit Streptomycin 215 Frühlingshonige aus der Bodenseeregion   untersucht. In lediglich zwei Proben konnte Streptomycin über der   Bestimmungsgrenze von 5 ng/g nachgewiesen werden. Es darf somit   der Schluss gezogen werden, dass das Verbot des Einsatzes von   Plantomycin zur Bekämpfung des Feuerbrandes grossmehrheitlich   eingehalten wurde. Eine schleichende Versorgung der Bevölkerung   mit Streptomycin durch den Verzehr einheimischer Frühjahrshonige   des Jahres 2001 kann ausgeschlossen werden. Die   Untersuchungsaktion stand unter der Federführung des Kantonalen   Amtes für Lebensmittelkontrolle (KAL) St. Gallen.            Der Anstoss zum Projekt ging im Januar von der Kommission   Gesundheit der IBK aus, in der alle an den Bodensee grenzenden   Bundesländer, Kantone und das Fürstentum Liechtenstein vertreten   sind. Hintergrund war die Ausbreitung des Feuerbrandes und dessen   Bekämpfung mit Plantomycin, einem Behandlungsmittel, dass das   Antibiotikum Streptomycin als Wirkstoff enthält. Bei der   Anwendung von Streptomycin werden die Blüten befallener   Fruchtbäume besprüht. Bienen holen den Nektar der Blüten und   bringen durch die Berührung Streptomycin in den Honig. Somit ist   der Frühlingshonig wesentlich von dieser Problematik betroffen.   Im Laufe des Frühlings dieses Jahres zeigte es sich, dass in der   Bodenseeregion nur vereinzelt Feuerbrandbefallstage zu   verzeichnen waren. Daher war abzusehen, dass wohl nur wenige mit   Streptomycin kontaminierte Honige gefunden würden.          Während in der Schweiz Streptomycin zur Bekämpfung des   Feuerbrandes nie erlaubt wurde, war die Behandlung in Deutschland   im letzten Jahr erlaubt. Dieses Jahr war die Anwendung in allen   am Projekt beteiligten Ländern untersagt. Für die   lebensmittelrechtliche Beurteilung kontaminierter Honige gelten   in den beteiligten Ländern unterschiedliche Höchstmengen zwischen   20 bis 50 ng/g. Ziel der Aktion war, eine Bestandsaufnahme über   die Streptomycinkontamination von Frühjahrshonigen aus den an den   Bodensee grenzenden Gebieten zu erhalten. Insbesondere sollten   Honige aus dem Produktionsgebiet von Obstanlagen mit einem   Streptomycingehalt über dem geltenden Höchstwert erfasst werden.          Am 4. April 2001 trafen sich Vertreter und Vertreterinnen der   beteiligten Überwachungsämter und Laboratorien zu einer   Koordinations- und Startsitzung in St. Gallen. Ausser Bayern   waren alle IBK-Mitglieder durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter   der Lebensmittelüberwachung vertreten.            Guter einheimischer Honig     Aus dem Fürstentum Liechtenstein wurden im Rahmen der IBK- Untersuchungskampagne 15 Frühlingshonige untersucht. Bei keiner   Probe konnte Streptomycin nachgewiesen werden. Die gleiche   erfreuliche Situation bot sich in St. Gallen (59 Proben), in   beiden Appenzell (9 Proben), Baden-Württemberg (7 Proben), Glarus   (2 Proben), Schaffhausen (10 Proben), Thurgau (47 Proben) und   Zürich (26 Proben). Streptomycin über der Bestimmungsgrenze von 5   ng/g wurde in einem Honig (8 ng/g) aus Graubünden (11 Proben)   gefunden. Bei den 29 in Vorarlberg erhobenen Proben lag ebenfalls   einer mit 40 ng/g über der Bestimmungsgrenze. Für diese zwei   positiven Proben sollen nun auf dem lnspektionsweg mögliche   Kontaminationsmöglichkeiten abgeklärt werden. Es ist aber   festzuhalten, dass keiner der 215 untersuchten Frühlingshonige   den im betreffenden Land geltenden Höchstwert überschreitet. Kontakt: Auskunft für das Fürstentum Liechtenstein erteilt:   Dr. Peter Malin, Tel. 00423 / 236 73 11;   E-Mail: peter.malin@alk.llv.li;   Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen Weitergehende Informationen erteilen für die Ostschweiz: St. Gallen: Kantonschemiker, Dr. Hans-Rudolf Hunziker,   Tel. 071 / 229 28 00; E-Mail: hans-rudolf.hunziker@gd-kal.sg.ch Leiter Abteilung Chemie, Dr. Pius Kölbener, Tel. 071 / 229 28 50 E-Mail: pius.kölbener@gd-kal.sg.ch Beide Appenzell, Glarus und Schaffhausen:   Kantonschemiker, Dr. Roger Biedermann, Tel. 052/632 74 80;   E-Mail: roger.bidermann@ktsh.ch Thurgau: Kantonschemiker, Dr. Hans Guggisberg, Tel. 052/724 22 64 E-Mail: hans.guggisberg@kttg.ch Zürich: Kantonschemiker, Dr. Rolf Etter, Tel. 01/252 56 54 E-Mail: rolf.etter@klzh.ch Graubünden: Kantonschemiker, Dr. Otmar Deflorin, Tel. 081/257 26 80 E-Mail: info@klgr.gr.ch Presse- und Informationsamt des Fürstentums Liechtenstein (pafl) Tel. +423/236 67 22 Fax: +423/236 64 60 Internet: www.presseamt.li Nr. 537



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