Fürstentum Liechtenstein

Erste Wechselausstellung im Kunstmuseum Liechtenstein: Otto Freundlich - Kräfte der Farbe

    Ausstellungsdauer: 1. Juni - 12. August 2001

    Vaduz (ots) - Die erste Wechselausstellung im Kunstmuseum Liechtenstein ist Otto Freundlich (1878-1943), einem der Wegbereiter der gegenstandslosen Kunst gewidmet. Otto Freundlich entwickelte seine Malerei ganz aus der Anschauung der Farbe heraus. Nach ersten Versuchen mit dem Kubismus und dem Expressionismus in Berlin wechselte Freundlich nach Paris, wo er enge Kontakte zu den bedeutendsten Vertretern der internationalen Avantgarde pflegte. 1930 war er Mitbegründer der Gruppe "abstraction - création", die eine international gültige abstrakte Formsprache propagierte.

    Seine meist unregelmässigen Kompositionen gehen von der eigenen kreativen Tätigkeit des Sehens durch den Betrachter aus. Die einzelnen Farbfelder sind derart zueinander in Beziehung gesetzt, dass sie sich sowohl in ihrer eigenständigen Farbigkeit als auch in den Beziehungen zu den umgebenden Farbfeldern artikulieren. Die übergeordnete Komposition erschliesst sich dem Betrachter bei konzentrierter Betrachtung, in einem kontemplativen und geistig aktiven Akt. Freundlich schrieb der abstrakten Kunst eine fundamentale Bedeutung für die Entwicklung der Freiheit des Menschen zu, für die er sich auch politisch engagierte. Sein radikales Freiheitsdenken ist humanistisch begründet und stand im Dienste des Versuchs, der modernen Kunst eine substanzielle Rolle für die Menschheitsentwicklung zu sichern.

    Seit Ende der 30iger Jahre musste Otto Freundlich Internierung, Armut und Verfolgung erleiden. Die Nationalsozialisten setzten Freundlichs Skulptur Der neue Mensch (1912) auf das Titelblatt der Feme-Schau "Entartete Kunst". 1943 wurde der Künstler deportiert und im Konzentrationslager Lublin- Maidanek ermordet.

    Die Ausstellung im Kunstmuseum Liechtenstein zeigt Werke aus den 30er Jahren, die in einer eigens errichteten Ausstellungsarchitektur so präsentiert sind, dass der konzentrierte Akt des Sehens befördert wird. Ergänzend sind Werke von Künstlern der Moderne zu sehen, denen Freundlich selbst grosse Bedeutung für sein eigenes Werk beimass, u.a. Frantisek Kupka, Theo van Doesburg, Robert Delaunay.

    Begleitveranstaltungen im Kunstmuseum Liechtenstein:     7. Juni 2001, 18 Uhr     Oeffentliche Führung von Friedemann Malsch

    21. Juni 2001, 18 Uhr     Vortrag "Otto Freundlich und die Kraft der Farbe" von Erich Franz,

    Westfälisches Landesmuseum Münster

    5. Juli 2001, 18 Uhr     Lesung aus den Schriften Otto Freundlichs "Bekenntnisse eines     revolutionären Malers" von Burghard Braun, Theater am Kornmarkt,     Bregenz

    Publikation:

    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Nicola Assmann, Erich Franz, Joachim Heusinger von Waldegg und Friedemann Malsch sowie Abbildungen aller ausgestellten Werke. Herausgeber Westfälisches Landesmuseum Münster und Kunstmuseum Liechtenstein im Wienand Verlag, Köln (120 Seiten). Die broschierte Ausgabe ist während der Ausstellung für 28 Franken im Kunstmuseum erhältlich.

    Auskunft: Dr. Ingrid Adamer/Daniel Quaderer,     Oeffentlichkeitsarbeit     Kunstmuseum Liechtenstein, Städtle 32, FL-9490 Vaduz,     Tel. +423 235 03 00, Fax +423 235 03 29,     Internet: www.kunstmuseum.li, mail@kunstmuseum.li

ots Originaltext: pafl
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Presse- und Informationsamt des Fürstentums Liechtenstein (pafl),
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