Bundesamt für Statistik

Die Mehrwertsteuer in der Schweiz 2000 Resultate und Kommentare

Neuchâtel (ots) - Die MWST im Jahr 2000: Steigerung des steuerbaren Umsatzes um 7,7% Im Jahr 2000 hat der steuerbare Umsatz – das für die Mehrwertsteuer (MWST) massgebliche Kriterium – 655,6 Milliarden Franken erreicht, was einen durchschnittlichen Umsatz von 75 Millionen Franken pro Stunde ergibt. Die Zunahme gegenüber 1999 beträgt 7,7% und ist damit mehr als doppelt so hoch ausgefallen wie diejenige des BIP im Berichtsjahr. Der daraus resultierende Steuerertrag beläuft sich auf 16,3 Milliarden Franken, was einem Zuwachs um 5,7% entspricht. In ihrer Jahrespublikation zur MWST in der Schweiz analysiert die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) die Abrechnungen der Steuerpflichtigen und vergleicht sie mit den Vorjahresergebnissen. In einer umfangreichen Einleitung sind alle wesentlichen Merkmale und Besonderheiten der MWST beschrieben, die für eine zuverlässige Interpretation der Ergebnisse unerlässlich sind. Die Publikation wird durch mehrere Anhänge ergänzt, unter anderem durch einen chronologischen Abriss der gesetzlichen Bestimmungen. Der Umsatz... Unter dem Blickwinkel der MWST wurde für 2000 ein Gesamtumsatz von 1'715,2 Milliarden Franken gemeldet, was einer Zunahme von 21,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Betrag verteilt sich auf den steuerbaren Umsatz (655,6 Milliarden Franken oder 38,2% des Gesamtumsatzes) und den übrigen nicht steuerbaren Umsatz (1'059,6 Milliarden Franken oder 61,8%). Zum übrigen nicht steuerbaren Umsatz zählen der Export von Gütern und Diensten sowie der von der Steuer ausgenommene Umsatz (z. B. Geld- und Kapitalverkehr, Versicherungen, Unterricht und Ausbildung, Kultur und Sport, Gesundheit, Sozialfürsorge). Während der Gesamtumsatz um 21,5% expandierte, verzeichnete der steuerbare Umsatz lediglich eine Zunahme um 7,7%. Dies hängt mit dem Anstieg des nicht steuerbaren Umsatzes um 31,9% zusammen, der seinerseits mit dem Exportwachstum zu erklären ist. Das Wachstum des steuerbaren Umsatzes war besonders ausgeprägt bei den Informatikdiensten (+16,6%), in der Nachrichtenübermittlung (+15,6%), in der Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen (+12,7%) (insbesondere im Architektur- und Ingenieurwesen), bei der Fabrikation von medizinischen und optischen Geräten, Präzisionsinstrumenten und Uhren (+12,2%), in der Handelsvermittlung und im Grosshandel (+9,4%), in der Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung und -verteilung (+9,4%), bei den Metallerzeugnissen (ohne Maschinenbau) (+9,1%), im Landverkehr (+9,1%) und im Baugewerbe (+8,7%). ...und der daraus resultierende Steuerertrag Die MWST wird von der ESTV und der Eidg. Zollverwaltung (EZV) erhoben. Die Summe der beiden Beträge ergibt die gesamte Netto- Steuerforderung der MWST. Die von der EZV abgerechnete MWST wird von den Steuerpflichtigen auf der Einfuhr von Waren entrichtet (der Export ist von der Steuer befreit). Die MWST-Statistik konzentriert sich auf die mit der ESTV abgerechnete Steuer. Diese berechnet sich aus der Differenz zwischen der Steuer auf dem Umsatz (auch Brutto- Steuer genannt) und der abziehbaren Vorsteuer. Für die Gesamtheit der Steuerpflichtigen ergab sich 2000 eine Brutto- Steuer von 42,9 Milliarden Franken. Bei einer anrechenbaren Vorsteuer von gesamthaft 36,2 Milliarden Franken ergibt sich ein Saldo von 6,7 Milliarden Franken zu Gunsten der ESTV. Unter Berücksichtigung der von der EZV erhobenen MWST von 9,6 Milliarden Franken ergibt sich insgesamt eine Netto-Steuerforderung von 16,3 Milliarden Franken. Der von der EZV erhobene Betrag nahm dank einer Importsteigerung um 14% zu, während sich jener der ESTV um 4,3% verringerte. Diese zwei gegensätzlichen Entwicklungen rühren vom Aufschwung im Aussenhandel her. Die Ursache für die Zunahme des Teils der Mehrwertsteuer, welcher mit der EZV abgerechnet wird, ist auf den Anstieg der Importe zurückzuführen, während der Zuwachs der Exporte für die Abnahme der der ESTV geschuldeten Inlandsteuer verantwortlich ist. Diese unterschiedliche Entwicklung ist nachvollziehbar, denn die Steuer, welche die Steuerpflichtigen der EZV für importierte Güter und Dienstleistungen abliefern, wird in ihren Abrechnungen anschliessend als Vorsteuer abgezogen, womit sich der Betrag, den sie der ESTV schulden, vermindert. Knapp 300'000 Mehrwertsteuerpflichtige in 2000 Im Jahr 2000 waren 299'417 aktive Steuerpflichtige gemeldet. Fast 70% davon entfielen auf den tertiären und knapp 30% auf den sekundären Sektor, aber nur 2% waren im primären Sektor tätig. Die verbreitesten Rechtsformen waren die Einzelfirmen (45,3% der Steuerpflichtigen), die Aktiengesellschaften (31,7%) und die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (9,4%). Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer eine gewerbliche oder berufliche selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, sofern seine Lieferungen und Leistungen im Inland jährlich 75'000 Franken übersteigen. Die steuerpflichtigen Unternehmen haben in der Regel vierteljährlich mit der ESTV abzurechnen. Sie müssen dabei ihre Umsätze deklarieren, auf dem steuerbaren Teil ihres Umsatzes mit Hilfe der geltenden Steuersätze die Steuer auf dem Umsatz berechnen, davon die ihnen überwälzten Vorsteuern (d.h. die ihnen von anderen Steuerpflichtigen verrechnete Mehrwertsteuer) in Abzug bringen und die verbleibende Netto-Steuer der ESTV abführen. Bei einem Vorsteuerüberschuss wird ihnen die Differenz (Steuerguthaben) ausbezahlt oder gutgeschrieben. Bei einem Umsatz, der nicht über den im Gesetz festgelegten Grenzen liegt, haben die KMU die Möglichkeit, von einer vereinfachten Steuerberechnungsmethode (den Saldo-Steuersätzen) Gebrauch zu machen. Die Abrechnungen haben in diesem Fall nur halbjährlich zu erfolgen. Rund ein Drittel der Steuerpflichtigen hat sich für diese Variante entschieden. EIDGENOESSISCHE STEUERVERWALTUNG Abteilung Steuerstatistik und Dokumentation ____________ Auskunft: Caroline Le Bourdonnec, ESTV, Abteilung Steuerstatistik und Dokumentation, Tel.: 031/325 43 31 Neuerscheinung: Die Mehrwertsteuer in der Schweiz 2000, Resultate und Kommentare, Bestellnummer 224-0000, 11 Franken. Pressemitteilungen des BFS sind auf dem Internet unter der Adresse http://www.statistik.admin.ch zu finden. 28.03.03

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