Bundesamt für Statistik

Statistik der Heiraten, Geburten und Todesfälle

Markanter Rückgang der Heiraten im Jahr 2001 Neuenburg (ots) - Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) ist mit einem aussergewöhnlichen Rückgang der Heiraten im ersten Jahr des neuen Jahrhunderts gegenüber dem Jahr 2000 (von 39'758 auf rund 35'000) zu rechnen. Eine ähnlich hohe jährliche Veränderung um rund -12% wurde letztmals zu Beginn des ersten Weltkrieges registriert. Ebenso bemerkenswert ist der erwartete Rückgang der Lebendgeborenen um über 6% auf rund 73'500 und jener der Todesfälle um 3% auf 60'500. Heiraten 2001: Ein aussergewöhnliches Jahr Was sich bereits in den ersten Monaten abzuzeichnen begann, setzte sich bis zum Ende des vergangenen Jahres fort: Mit Ausnahme des Monats August blieben die Heiratszahlen immer deutlich unter jenen des entsprechenden Vorjahresmonats. Es scheint, dass ein Teil der Bevölkerung der Schweiz im heiratsfähigen Alter im Jahr 2001 eine 'Heiratspause' eingelegt hat. Das BFS erwartet daher nur rund 35'000 Eheschliessungen oder12% weniger als ein Jahr zuvor. Am Rückgang zwischen 2001 und 2000 sind die SchweizerInnen ebenso wie die AusländerInnen beteiligt. Um je knapp zehn Prozent ist die Zahl der Eheschliessungen zwischen einem Schweizer und einer Schweizerin sowie Schweizern und Ausländerinnen gesunken. Noch viel deutlicher sind aber die Abnahmen bei den Ausländern, die sich mit Schweizerinnen verheiratet haben (- 21%) und bei den rein ausländischen Paaren (- 18%). In der Tendenz schliesst sich das Ergebnis des Jahres 2001 den 1990-er Jahren mit jährlichen Veränderungen zwischen -0,4% und -5,2% an. Nur einmal in diesem Zeitraum, von 1998 auf 1999, nahm die Zahl zu (+5,1%), eine Folge des vor allem in der Deutschschweiz besonders attraktiven Heiratsdatums 9.9.99. Seit dem Beginn der Heiratsstatistik des BFS im Jahr 1871 gibt es nur eine Phase mit ähnlich hohen oder noch höheren Schwankungen. Vor Beginn des ersten Weltkrieges sanken die Heiratszahlen von 26'800 (1913) in zwei Jahren auf 19'500 und schnellten anschliessend ebenso rasant wieder in die Höhe. 1920 heirateten dann mit 34'975 fast ebenso viele Paare wie im vorangegangenen Jahr. Auch die Geburtenzahlen rückläufig Mit rund 73'500 oder -6% verglichen mit dem Jahr 2000 ist auch die Entwicklung der Geburten sehr bemerkenswert. Ähnlich wie bei den Heiraten sind in jedem Kalendermonat 2001 weniger Kinder geboren worden als im gleichen Vorjahresmonat. Der seit Jahren steigende Anteil von unverheirateten Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, setzte sich 2001 fort und wird erstmals die 11%-Marke erreichen. Um einen Prozentpunkt, auf 26,5%, ist der Anteil der Kinder mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit gefallen. Auch bei den Geburten sind in der Vergangenheit einige ähnlich hohe oder sogar höhere Rückgänge festzustellen, so während der 70-er Jahre, insbesondere zwischen 1975 und 1974 (-7,2%), und zu Beginn des ersten Weltkrieges, zwischen 1915 und 1914 (-13,5%). Umgekehrt gibt es ebenso Beispiele für ausserordentlich hohe jährliche Zunahmen, etwa zwischen 1941 und 1940 um 12,2% und zwischen 1942 und 1941 um 9,7%. Todesfälle: Ein etwas anderes Muster Der voraussichtliche Rückgang der Todesfälle 2001 auf rund 60'500 (-3,2% gegenüber 2000) ist weniger von der Höhe als von der Richtung her von besonderem Interesse. Generell erwarten wir, als Folge der zunehmenden demografischen Alterung, eher gleich bleibende oder leicht zunehmende Ergebnisse. Die Abnahme ist weitgehend eine Folge der stark gesunkenen Zahlen in den Kalendermonaten Januar und Februar 2001 gegenüber den gleichen Monaten im Vorjahr. Seit März 2001 blieben die Zahlen der Todesfälle fast gleich hoch wie in denselben Monaten des Jahres 2000. Es ist damit zu rechnen, dass die Lebenserwartung weiterhin zugenommen hat. Unterstützt wird diese Aussage zusätzlich durch die sinkende Zahl der Todesfälle von Säuglingen (von 386 auf 355). Allerdings wirkt sich dieser Rückgang wegen der ebenfalls rückläufigen Geburtenzahl nur geringfügig auf die Säuglingssterblichkeit aus. Grundlagen der Jahresschätzung die laufenden, d.h. überwiegend monatlichen Meldungen der schweizerischen Zivilstandsämter der von ihnen in die Einzelregister und teilweise nur in die Familienregister eingetragen Heiraten, Lebendgeborenen und Todesfälle Die vorläufigen Ergebnisse der bis ca. Mitte Dezember 2001 gemeldeten Ereignisse für den Zeitraum Januar bis Ende September 2001 Schätzung der Ereignisse während der Monate Oktober bis Dezember 2001 auf der Grundlage der Ergebnisse der fünf vorangegangenen Jahre ots Originaltext: Bundesamt für Statistik Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Zingg Walter Bundesamt für Statistik Sektion Bevölkerungsentwicklung Tel. +41 32 713 66 95 Publikationsbestellungen unter: Tel. +41 32 713 60 60 Fax +41 32 713 60 61 E-Mail: Ruedi.Jost@bfs.admin.ch Neuerscheinungen: BFS aktuell: Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung, Schätzungen Januar - Dezember 2001, Bestellnummer: 0337-0113 (kostenlos) BFS, Demografisches Porträt der Schweiz 2001, Neuchâtel 2001, Bestellnummer: 479-0100, Preis: 39 Fr. (inkl. CD-ROM), erscheint Mitte Februar 2002 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage unter www.statistik.admin.ch

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