Langenscheidt KG

Wer fremde Sprachen spricht, dem öffnet sich die Welt
Gustav Langenscheidt zu seinem 175. Geburtstags am 21. Oktober 2007

    München (ots) -

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    Langenscheidt ist heute das Synonym für alles, was mit Fremdsprachen zu tun hat. Sei es professionelles Sprachenlernen, autodidaktische Weiterbildung oder einfach nur das passende Wort im Urlaubsland. Ausschlaggebend für die Erfolgsgeschichte des Verlages war aber gerade das Fehlen ausreichender Sprachkenntnisse des Gründers Gustav Langenscheidt auf seiner einjährigen Europareise. Den Anfang der Verlagsgeschichte machte ein einzelnes Produkt, der "Selbstlernbrief", der allerdings global zur Popularisierung und Verbreitung von Fremdsprachen beitrug. Anlässlich seines 175. Geburtstags, am 21. Oktober 2007, hat der Langenscheidt Verlag ein Büchlein über sein Leben und Werk zusammengestellt.

    Schon früh bewies Gustav Langenscheidt Pioniergeist. Als bildungshungriger junger Mann, gerade mal 17-jährig, machte er sich 1849 von Berlin zu Fuß auf, Europa zu erkunden. In seinem Reisetagebuch hielt er seine Eindrücke und Erfahrungen, seine Begegnungen mit Land und Leuten fest. Doch allerorts fehlten ihm die nötigen Worte zur Verständigung. Dies beschämte ihn nicht nur, es machte ihn regelrecht wütend, da das damalige Lehrsystem zur Sprachenvermittlung, den Schwerpunkt fast ausschließlich auf die Grammatik legte. Schnell stand sein Plan fest: Das Sprachenlernen so zu vereinfachen, dass der praktische, der kommunikative Gebrauch im Vordergrund steht.

    In London, wo Gustav Langenscheidt versehentlich in einem zweifelhaften Etablissement statt in einem Hotel abstieg, notierte er: "Es ist ein wahrhaft peinliches Gefühl unter Menschen nicht Mensch sein und seine Gedanken austauschen zu können." Wahrscheinlich war dies das Schlüsselerlebnis, das Gustav Langenscheidt zur Erkenntnis verhalf, dass es Sprachen sind, die die Menschen untereinander verbinden, Sorgfalt, Gründlichkeit und Lebensnähe zeichneten Gustav Langenscheidts didaktische Methode aus. Doch den Grundstein zu seinem Erfolg legte er mit einer -zu seiner Zeit- revolutionären Erfindung: Der ersten praktikablen Lautschrift. Sie konnte von jedem ohne Vorbildung angewandt werden, da sie ein Imitieren über die Muttersprache vorsah. Sprachen lernen durch Sprachen sprechen - ganz einfach. Nur verlegen wollte das fertige Manuskript niemand. Doch der feste Glaube an seine Methode und das Wissen um die sprachlichen Mängel seiner Landsleute ließen Gustav Langenscheidt mit gerade einmal 24 Jahren schließlich den eigenen Verlag gründen.

    Die Lebensgeschichte des Gründers ist untrennbar mit der des Verlages verbunden. Zahlreiche Fotos und Zeugnisse aus dem Familienarchiv dokumentieren Gustav Langenscheidts Leben. Das gut erhaltene Reisetagebuch von 1851 "Promenaden durch Nord, Süd und West" gibt nicht nur Einblicke in seinen Charakter, sondern ist auch ein durchwegs amüsanter Zeuge für die damaligen Sitten und Gebräuche. Die verschiedenen Regionen Deutschlands und die Nachbarländer werden mit einer so präzisen Beobachtungsgabe dargestellt, dass der spätere Professor bereits zu ahnen ist.

    Der willenstarke Autodidakt Gustav Langenscheidt, der 1895 im Alter von 63 Jahren in Berlin starb, war nicht nur ein disziplinierter "Selfmade-Man", sondern auch ein großer Visionär, denn er wusste: "Wer fremde Sprachen spricht, dem öffnet sich die Welt." Dies hat, auch 175 Jahre später, nicht an Gültigkeit verloren.

    Das kleine Büchlein (64 Seiten) über Leben und Werk von Gustav Langenscheidt und das Hörbuch des Reisetagebuches können gegen einen mit 1,45 Euro frankierten Rückumschlag und dem Stichwort "Gustav Langenscheidt" bzw. "Reisetagebuch" kostenlos beim Verlag bestellt werden. www.langenscheidt.de


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