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TCS testet Wagenheber: Bei Neuwagen oft nur gegen Aufpreis erhältlich

TCS Wagenhebertest

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Bern (ots) - Obwohl Reifenpannen seltener geworden sind, verzeichnet der TCS pro Jahr rund 20'000 Einsätze wegen platten Reifen. Aktuell werden von den 15 meistverkauften Fahrzeugen der Schweiz nur noch deren drei standardmässig mit einem Wagenheber ausgerüstet. Bei allen anderen Fahrzeugen müssen Reserverad und Wagenheber gegen einen Aufpreis bestellt werden. Der TCS hat nun zehn solcher Wagenhebermodelle aus dem Zubehörmarkt einem Praxistest unterzogen. Die Resultate waren dabei so unterschiedlich wie die Produkte selbst.

Aufgrund der relativ geringen Wahrscheinlichkeit einer Reifenpanne verfügen viele Neuwagen heute über keine Not- oder Reserveräder mehr. Gemäss Herstellerangaben lässt sich durch die Gewichteinsparung auch der Treibstoffverbrauch reduzieren. So findet man in vielen Autos oft nur noch ein Reifen-Reparaturset, beispielsweise bestehend aus einem 12-Volt-Kompressor und flüssigem Dichtmittel.

Radwechsel bleibt aktuell

Dennoch sind Reifenpannen die zweithäufigste Pannenursache nach Batterieproblemen - der TCS verzeichnet jedes Jahr rund 20'000 Einsätze wegen platter Reifen. Es sollte also weiterhin damit gerechnet werden, dass man hin und wieder einen Reifen wechseln muss. Dabei ist ein geeigneter Wagenheber natürlich von grosser Bedeutung, entweder als Trolley für Zuhause oder als kompaktes und leichtes Modell für Unterwegs. Die richtige Wahl ist abhängig vom Fahrzeug, genauer von dessen Gewicht und der Bodenfreiheit.

Grosse Unterschiede im TCS-Test

Der TCS hat nun sechs Trolley-Modelle für Zuhause und 4 Wagenheber für Unterwegs getestet. Positiv ist das allgemein tiefe Preisniveau: Bereits ab rund 20 Franken gibt es Wagenheber, die für bis zu 2'000 Kg eingesetzt werden können. Aber leider sind viele Produkte mangelhaft verarbeitet: So wurden bei vielen Produkten unförmige Räder, verzogene Rahmen oder auch Ölverlust in der ungeöffneten Verpackung festgestellt. Einzig der A.T.U Trolley wies bei der Verarbeitung keine solchen Mängel auf.

Bei den Trolleys für Zuhause erreichten der A.T.U Trolley und der MVP Superline mit vier Sternen ein gutes Ergebnis. Durch die sehr grosse Höhenvariabilität lassen sich beide sowohl bei tief gebauten Fahrzeugen wie auch bei solchen mit grosser Bodenfreiheit einsetzen, weil das Rad ohne allzu grossen Kraftaufwand vom Boden abgehoben werden kann. Der Trolley von Go On ist mit einem Gewicht von 9 kg rund 4 kg leichter als die beiden besser bewerteten Modelle. Aufgrund der grösseren Einschränkungen bei der Höhenvariabilität wurde er allerdings mit drei Sternen bewertet. Deshalb empfiehlt es sich, vorgängig die Bodenfreiheit des Fahrzeuges zu prüfen. Das gilt auch für die drei weiteren Trolley T8200, Unitec und CMI: Sie rangieren auf einem vergleichbaren Niveau, wobei das Heben bei diesen Dreien noch einen etwas grösseren körperlichen Einsatz erfordert.

Die vier Testprodukte von MVP Superline, Unitec, Bottle Jack und T90204 eignen sich fürs Mitführen im Fahrzeug. Auch hier hängt es vom Auto ab: Der MVP Superline eignet sich für kleinere und mittlere Fahrzeuge, da er durch seine Scherenkonstruktion eine sehr gute Höhenvariabilität aufweist. Doch bei schwereren Fahrzeugen ist die Hebelübersetzung nicht mehr optimal, der Kraftaufwand steigt stark an. Die drei anderen Produkte sind so genannte Stempel-Wagenheber und können deshalb bei vielen Fahrzeugen gar nicht verwendet werden. Aufgrund ihrer Bauhöhe bringt man sie nämlich gar nicht erst unter die Aufnahmepunkte des Fahrzeuges und wegen ihrer geringen Aufstandsfläche kann der Reifenwechsel zu einer wackeligen und gefährlichen Angelegenheit werden. Doch sie überzeugen durch ihren geringen Bedienaufwand aufgrund der hydraulischen Verstärkung gerade bei Fahrzeugen mit grösserer Bodenfreiheit. Der Bottle Jack hätte knapp drei Sterne geschafft, da er gar für bis zu 4'000 kg eingesetzt werden kann und die Bedienkräfte am geringsten ausfallen. Doch auch er ist aufgrund seines eingeschränkten Einsatzbereichs lediglich "bedingt empfehlenswert".

TCS-Tipps

- Beim Neuwagenkauf darauf achten, ob man ein leichtes Notrad oder ein Reserverad anstelle des Reifenreparatur-Sets bestellen kann. Dabei werden Noträder auch als günstigere Alternative zum vollwertigen Ersatzrad angeboten. Sie sind kleiner, dadurch wird nicht so viel Platz beim Verstauen benötigt. Ein Notrad kann nach fast allen Reifenschäden angewendet werden. Allerdings ist eine Weiterfahrt nur mit höchstens 80 km/h möglich. - Ein Not- oder Reserverad lässt sich auch nachträglich bei Garagen und Pneu-Händlern bestellen. Diese gibt es schon ab rund Fr. 80.-. Unbedingt prüfen, ob man im Auto auch einen Wagenheber dabei hat. Ohne den nützt auch das Reserverad nichts. - Weder Ersatzrad noch Pannen-Set braucht, wer auf speziellen Run-Flat-Pneus fährt. Diese Pneus verfügen über selbsttragende Seitenwände oder ein Stützring-System. Das ermöglicht die Weiterfahrt auch ohne Luft - allerdings mit maximal 80 km/h. Sie kosten jedoch deutlich mehr als ähnliche Reifen der gleichen Dimension. Das Auto muss zudem über ein Reifendruck-Überwachungssystem verfügen. - Wer ein Reifenreparatur-Set im Auto mitführt, sollte vorher die Bedienungsanleitung durchlesen und ein paar "Trockenübungen" machen. - Räderwechsel ist etwas für "Fachkundige": Ein Räderwechsel braucht einen guten Wagenheber, aber auch einen Drehmomentschlüssel um das richtige Anzugsmoment der Schrauben zu garantieren. Zudem muss auch der Reifendruck eingestellt werden. - Der TCS bietet in verschiedenen Sektionen auch Pannenhilfe-Kurse an: http://www.tcs.ch/de/der-club/meine-region/waldstaette/kurse/auto-abc-pannenkurs.php

Kontakt:

Stephan Müller, Mediensprecher TCS, 058 827 34 41, 079 302 16 36,
stephan.mueller@tcs.ch

Die TCS-Bilder sind auf Flickr -
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