Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero - TCS

Die Rettungskarte kann bei einem Unfall Leben retten

    Bern (ots) - Crashtests beweisen, dass Autos immer sicherer sind. Der Einbau von Sicherheitselementen erschwert die Rettung von eingeklemmten Fahrzeuginsassen. Bei einem Verkehrsunfall sind die ersten Minuten entscheidend für das Überleben der Insassen. Hier kommt die Rettungskarte zum Zug, die dank präzisen Informationen über die im Auto eingebauten Sicherheitssysteme die Arbeit der Rettungskräfte erleichtert und so Menschenleben retten hilft. Der Touring Club Schweiz (TCS) und der Schweizerische Feuerwehrverband (SFV) setzen sich für die Verbreitung der Rettungskarte ein.

    Die Fahrzeugtechnik entwickelt sich rasant weiter. Durch die Verwendung von immer mehr Sicherheitssystemen werden die Fahrzeuginsassen kontinuierlich besser geschützt. Neun Airbags, Gurtstraffer sind in Fahrzeugen neueren Datums keine Seltenheit mehr. Solche pyrotechnische Systeme können bei einem Unfall eine Gefahr für die Rettungskräfte darstellen. Problematisch sind auch die im Karosseriebau verwendeten hochfesten Stähle, die den Fahrgastraum besser schützen.

    Die Feuerwehr sieht sich vermehrt mit dem Problem konfrontiert, dass die von ihr eingesetzten hydraulischen Rettungsscheren bei solchen Stählen ihre Leistungsgrenze erreichen können. Auch einfache Rettungsabläufe wie zum Beispiel das Auffinden und Abklemmen der Fahrzeugbatterien können bei modernen Autos Schwierigkeiten bieten. Ausserdem stellt die zunehmende Anzahl von alternativen Antriebssystemen wie Hybrid-, Erdgas-, Flüssiggas-, Elektro- und in Zukunft auch Wasserstofffahrzeugen ein Gefahrenpotenzial für die Rettungskräfte dar.

    Lebensrettende Informationen unter der Sonnenblende Die Fahrzeughersteller waren bis anhin bestrebt, die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, indem sie Datenblätter oder Rettungsleitfäden herausgeben. Diese enthalten Informationen, welche Bergungen eingeklemmter Insassen erleichtern. Jedoch sind die Angaben auf den Datenblättern oder in den Rettungsleitfäden teilweise sehr umfangreich und nicht standardisiert.

    Neu ist die einheitliche Rettungskarte im A4-Format erhältlich. Sie enthält wichtige, modellspezifische Informationen für die Rettungskräfte, so über die Position von Karosserieverstärkungen, Energiespeicher, Airbags, Gasgeneratoren, Steuergeräten und mehr. Die Symbole auf der Karte sind standardisiert und gelten für alle Fahrzeuge.

    TCS und SFV sehen in der Rettungskarte das zurzeit effizienteste Instrument, um kurzfristig die Rettungszeit zu verkürzen und damit die Anzahl der getöteten Personen und schweren Verletzungen im Strassenverkehr weiter zu reduzieren. Die ersten Minuten nach dem Eintreffen der Rettungskräfte entscheiden unter Umständen über Leben oder Tod. Die in der Rettungskarte enthaltenen Informationen ermöglichen den Rettungskräften eine rasche Bergung von Unfallopfern. Im Jahr 2008 wurden die Feuerwehren in der Schweiz zu insgesamt 1'597 Strassenrettungseinsätzen (Total 33'865 Einsatzstunden) aufgeboten.

    Der TCS und der SFV empfehlen, die modellbezogenen Rettungskarte unter der Fahrersonnenblende zu befestigen. Dort ist sie für die Rettungskräfte schnell und immer erreichbar. Die in Zusammenarbeit mit Automobilherstellern entworfene und einheitlich gestaltete Rettungskarte wird von den meisten Fahrzeugherstellern oder Importeure gratis zur Verfügung gestellt und kann unter www.infotechtcs.ch oder unter www.rettungskarte.ch abgerufen und zu Hause ausgedruckt werden. Sie sind für praktisch alle neuen in der Schweiz erhältlichen Fahrzeugmodellen erhältlich. Die meisten Hersteller und Importeure bieten auch Rettungskarten älterer Baujahre an. Der TCS wird sich im Interesse der Verkehrssicherheit aktiv für die Verbreitung der Rettungskarte einsetzen. Übrigens: Die Nachbarländer Deutschland und Österreich setzen die Rettungskarte bereits mit Erfolg ein.

    TCS-Tipp: Das Ausdrucken der Rettungskarte kann Leben retten.

Kontakt:
Stephan Müller, Mediensprecher TCS, 031 380 11 44, 079 302 16 36,
smueller@tcs.ch
Markus Grüter, Projektleiter Technik & Wirtschaft, 041 267 12 32,
mgrueter@tcs.ch
Walter Pfammatter, stv. Geschäftsführer SFV, 031 958 81 30,
w.pfammatter@swissfire.ch

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