Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Neuste Zahlen des Bundesamts für Statistik zur Kinderarmut in der Schweiz
Kinderarmut darf nicht sein

Luzern (ots) - 73'000 Kinder sind in der Schweiz von Armut betroffen, 234'000 sind von Armut bedroht. Das sind die neusten Zahlen zur Kinderarmut in der Schweiz, die das Bundesamt für Statistik heute publiziert hat. Für eines der reichsten Länder weltweit sind diese Zahlen ein Skandal. Caritas fordert den Bund auf, der Kinderarmut entschieden entgegenzuwirken.

234'000 Kinder sind in der Schweiz von Armut betroffen oder armutsgefährdet. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind Kinder und Jugendliche in der Schweiz überdurchschnittlich von Armut bedroht. Hat eine Familie drei oder mehr Kinder oder ist sie alleinerziehend, steigt das Armutsrisiko markant. Ein Grund für die hohe Armutsgefährdung von Kindern liegt im Arbeitsmarkt. So ist es insbesondere für Niedrigqualifizierte heute zunehmend schwieriger, eine Arbeit zu finden und Alleinerziehenden ist es aufgrund der mangelhaften Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht möglich, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen.

Die Schweiz investiert zu wenig in Familien

Im internationalen Vergleich investiert die Schweiz nur sehr wenig in Familien. Während die OECD-Länder 2013 durchschnittlich 2.1 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes für Familien aufwenden, liegt die Schweiz mit 1.5 Prozent deutlich darunter. Auch die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden ungenügend unterstützt. Verglichen mit unseren Nachbarländern bezahlen Eltern in der Schweiz doppelt bis dreimal so viel für einen Kitaplatz. Insbesondere für Al-leinerziehende wird dies häufig zum Stolperstein. Darüber hinaus initiieren knappe Kantonsfinanzen derzeit einen umfassenden Sozialabbau. So wurde die Existenzsicherung für Grossfamilien gekürzt, in zahlreichen Kantonen wird die individuelle Prämienverbilligung abgebaut und Schulkosten werden immer öfter auf die Eltern überwälzt.

Eine nachhaltige Familienpolitik sieht anders aus. Statt mittels Leistungskürzungen finanzpolitische Symptombekämpfung durchzusetzen, muss künftig in die Prävention von Familienarmut investiert werden. Dazu gehören existenzsichernde Löhne, Massnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, niederschwellige Angebote in der Frühen Förderung und Ergänzungsleistungen für Familien.

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