Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Caritas erhöht Nothilfe auf 500'000 Franken
Zehn Millionen Menschen in der Sahelzone vom Hunger bedroht

Luzern (ots) - Caritas Schweiz erhöht ihre Not- und Überlebenshilfe in den Sahelländern Mali und Tschad auf 500'000 Franken. Die Soforthilfe ist für die Opfer der Dürre bestimmt, die zur Zeit insbesondere Westafrika heimsucht. Nach Schätzungen der Uno bedroht die Dürre in der Sahelzone rund zehn Millionen Menschen.

Ernährungsexperten der Caritas befürchten, dass die Zahl der Menschen, die in der Sahelzone hungern, im Verlaufe des ersten Halbjahres sogar auf 15 Millionen ansteigen könnte. Die akute Ernährungs- und Versorgungskrise ist vor allem in den Ländern Mali, Tschad, Senegal, Niger, Mauretanien und Burkina Faso auf fehlende Niederschläge, lange Trockenperioden, Ernteausfälle und hohe Nahrungsmittelpreise zurückzuführen.

In vielen Regionen der Sahelzone sind die Nahrungsvorräte bereits seit Anfang März aufgebraucht. Da die nächste Ernte frühestens im September stattfinden kann, dürfte sich die Versorgungskrise in den Sommermonaten drastisch zuspitzen.

Die Sahelstaaten kämpfen nicht nur mit den Folgen der Dürre - schlechte Ernten und ausgelaugte Böden. Auch die Lebensmittelpreise haben sich in den vergangenen drei Monaten verdoppelt. So kostet ein Sack Hirse in Niger gegenwärtig 50 statt 25 Euro. Über die Not- und Überlebenshilfe hinaus sind die Kleinbauern auf neue und nachhaltige Anbaumethoden angewiesen, auf stärkeren Erosionsschutz, Saatgut mit kürzeren Reifezeiten, eine verbesserte Lagerhaltung und auf den Aufbau einer systematischen Wasserversorgung.

Manche Länder müssen schliesslich mit den zahlreichen Rückkehrern aus den Krisenstaaten Elfenbeinküste und Libyen zurechtkommen. Sodann gibt es in Mali seit kurzem eine Rebellenbewegung der Tuareg, die einen eigenen Stadt fordert. Die kriegerischen Handlungen haben mittlerweile mehr als 120'000 Menschen vertrieben. Auch diesen Flüchtlingen muss mit Notunterkünften, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten geholfen werden.

Folgen der Dürre lindern

Die Nothilfe der Caritas wird ebenfalls von der Humanitären Hilfe des Bundes (DEZA) unterstützt. Mit ihrem Beitrag zugunsten der Opfer der Dürre leistet sie einen vorbeugenden Beitrag und lindert zugleich die Folgen der Dürre. So verteilt die Caritas in der tschadischen Region Dababa Saatgut an Bauernfamilien in 30 Dörfern, damit diese die Aussaat für die nächste Anbauperiode beginnen können.

In Mali ist die Region Mopti besonders betroffen von der Dürre. Zugunsten von 23'000 Bauern und Bäuerinnen unterstützt die Caritas den Bau und die Reparatur von Dämmen und Lagerräumlichkeiten. Es handelt sich um ein so genanntes Food-for-Work-Programm: Die Begünstigten führen die Arbeiten gegen die Entschädigung durch Grundnahrungsmittel selber durch. Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen - beispielsweise schwangere Frauen und Kleinkinder - erhalten stark verbilligte Nahrungsmittel.

Caritas dankt für Spenden auf das Konto 60-7000-4, Vermerk "Hunger Sahelzone".

Kontakt:

Odilo Noti, Leiter des Bereichs Kommunikation
Mobile: +41/79/686'87'43


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