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Caritas Schweiz: Das Recht auf Nahrung muss gestärkt werden

    Luzern (ots) - Der Süden hungert. Innerhalb der letzten drei Jahre haben sich die Preise für Reis, Mais oder Weizen mehr als verdoppelt. Für unzählige Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika ist das Essen unerschwinglich geworden. In einer Stellungnahme aus Anlass des Welternährungstages geht Caritas Schweiz auf die Gründe der aktuellen Hungerkrise ein und fordert, dass die Agrarwirtschaft weltweit nachhaltig ausgestaltet und das Recht auf Nahrung gestärkt werden.

    Was bis vor kurzem die Öffentlichkeit kaum bewegte, ist heute Gegenstand globaler Sorge: Die Nahrungsmittelkrise ist längst eine Hungerkrise. Täglich sterben bis zu 100 000 Menschen an Hunger oder seinen Folgen. 1,4 Milliarden Menschen leben in extremer Armut und wenden bis zu 80 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel auf. Der dramatische Anstieg der Nahrungsmittelpreise bedroht unzählige Menschen in ihrer Existenz.

    Dabei werden mehr Nahrungsmittel produziert denn je. 2007 wurden laut der Welternährungsorganisation FAO über 2,1 Milliarden Tonnen Getreide geerntet, dieses Jahr werden es 2,2 Milliarden sein. Damit liesse sich der weltweite Bedarf an Getreide als Nahrungsmittel decken. Doch über die Hälfte des Getreides wird anderweitig verwendet - für Tierfutter oder Agrotreibstoffe.

  Die Ursachen für den dramatischen Anstieg der Lebensmittelpreise sind vielfältig. Sie reichen von veränderten Essgewohnheiten über Spekulation, dem zerstörerischen Boom der Agrotreibstoffe bis hin zur jahrzehntelangen Vernachlässigung der Agrarwirtschaft im Süden.

    Aus Sicht der Caritas Schweiz ist es dringend nötig, die Agrarwirtschaft weltweit nachhaltig auszugestalten und das Recht auf Nahrung zu stärken. Caritas fordert gezielte Investitionen in Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, die Förderung der Kleinbauern, die Stärkung des Fairen Handels, die Ausarbeitung eines internationalen Verhaltenskodex mit sozialen und ökologischen Kriterien für den Handel mit Nahrungsmitteln sowie ein Moratorium für Agrotreibstoffe.

    Hinweis an die Redaktionen:

    Die Stellungnahme von Caritas Schweiz zur Ernährungskrise kann auf www.caritas.ch heruntergeladen werden. In der Rubrik "Weltweit / Hunger" finden Sie neben dieser Stellungnahme weitere Informationen zum kurz- und langfristigen Engagement von Caritas Schweiz zum Thema Ernährungssicherung.

ots Originaltext: Caritas Schweiz
Internet: www.presseportal.ch

Kontakt:
Auskünfte zur Stellungnahme anlässlich des Welternährungstages
erteilt:
Geert van Dok
Leiter der Fachstelle Entwicklungspolitik
Tel.:    +41/41/419'23'95
Mobile: +41/79/237'38'55
E-Mail: gvandok@caritas.ch



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