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Caritas Schweiz: Der Kitt des sozialen Zusammenhalts bröckelt

    Luzern (ots) - In der Schweiz gibt es beträchtliche Einkommens- und Vermögensunterschiede, die weiter zunehmen. Der Kitt des sozialen Zusammenhalts bröckelt. Am heutigen Caritas-Forum befassten sich rund 250 Personen mit der Problematik "Solidarität und Ungleichheit in der Schweiz".

    Die Ungleichheit der Schweiz in Bezug auf die soziale Situation ist markant. Je nach Betrachtungsweise übertreffen die Einkommen der reichsten 10 Prozent der Haushalte jene der ärmsten 10 Prozent um das Sechs- bis Zehnfache. Der Trend ist zunehmend. In den letzten Jahren stieg das Einkommen der Ärmsten weniger stark an als jenes der Reichen. Noch viel deutlicher treten die Unterschiede beim Vermögen an den Tag. Hier ist die Ungleichheit auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gross. Diese Befunde legte der Wirtschaftssoziologe Hanspeter Stamm am Caritas-Forum in Bern vor. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sich die Schweizer Bevölkerung in Umfragen für eine gleichere und solidarischere Gesellschaft ausspricht.

    Yves Flückiger, Professor für Wirtschaftspolitik, betonte, dass solche Ungleichheiten für die Wirtschaft ein Risikofaktor seien: "Tiefe Löhne tragen dazu bei, dass die Produktivität sinkt und sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt". Geringe Saläre führten zu Demotivation und häufigen Stellenwechseln, was die Unternehmen teuer zu stehen komme, führte Flückiger weiter aus.

    Am Caritas-Forum nahmen auch eidgenössische Parlamentarier und Parlamentarierinnen wie Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz, Therese Frösch, Fraktionspräsidentin der Grünen, Hans-Jürg Fehr, Parteipräsident der SP Schweiz und Gabi Huber, Vizepräsidentin der FDP Schweiz, teil. Die Spitzenpolitikerinnen und -politiker diskutierten an einem Podium, wie die Politik die Desintegration verhindern und Solidarität fördern kann. Dabei versuchten sie deutlich zu machen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt ihren Parteien ein wichtiges Anliegen sei.

    Caritas Schweiz hat parallel zum Forum den Sozialalmanach 2008 mit dem Schwerpunkt "Bedrängte Solidarität" herausgegeben (siehe www.caritas.ch).

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