Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Neues Positionspapier der Caritas Schweiz: Einwanderungsland Schweiz braucht zukunftsfähige Migrationspolitik

Luzern (ots) - Die Probleme im Zusammenhang mit der Migration in die Schweiz sind nicht mit dem Aufbau von asyl- und ausländerrechtlichen Barrieren zu lösen. Dies hält Caritas Schweiz in einem neuen Positionspapier fest. Das Hilfswerk fordert eine Migrationspolitik, die Ernst macht mit der Tatsache, dass die Schweiz ein Einwanderungsland ist. Die Publikation "Wo steht die Schweizer Migrationspolitik?" unterbreitet Vorschläge für eine nachhaltige und zukunftsfähige Migrationspolitik. Caritas versteht ihr Positionspapier als Beitrag zu einer sachlichen und differenzierten Politik, die sie als dringend notwendig erachtet. Caritas bezeichnet die Entwicklung in der Asylgesetzgebung als Verschärfungspirale, die in menschenrechtlicher Hinsicht problematisch ist. Das Hilfswerk stellt nicht in Abrede, dass im Bereich Migration Probleme anzugehen sind. Unter dem Vorwand der "Missbrauchsbekämpfung" sei das Asylrecht allerdings weitgehend ausgehöhlt worden. Dabei stelle das Strafrecht für Missbrauch und Kriminalität genügend Möglichkeiten bereit. Schweiz auch auf Zuwanderer mit geringer Qualifikation angewiesen Caritas geht davon aus, dass in der Schweiz ein Bedarf an wenig qualifizierten Arbeitskräften besteht, der infolge des neuen Ausländergesetzes nicht gedeckt werden kann. Die Schweiz soll daher einer beschränkten Zahl von weniger qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten die Einreise erlauben, wenn sie nicht riskieren will, dass sich das brennende Problem der Sans-Papiers verschärft. Die Abschottungspolitik, die europaweit zu beobachten ist, führt zu einer Zunahme von irregulärer Migration. Caritas setzt sich auch für eine grosszügige Regularisierung von Sans-Papiers ein, die mindestens vier Jahre in der Schweiz wohnen. Caritas diagnostiziert, dass das rauere politisch-soziale Klima verstärkt zu Ausgrenzung der Schwächsten der Gesellschaft führe. Migranten und insbesondere Migrantinnen sowie ihre Kinder seien davon speziell betroffen. Caritas erachtet eine Integrationspolitik, die von der Vorstellung einer totalen Anpassung von Zugewanderten an unsere Gesellschaft ausgeht, als nicht zukunftsfähig. Sie fordert eine Integrationspolitik mit Rechten und Pflichten, die sowohl für Zugewanderte wie Einheimische gelten. Jahreszahlen 2006 der Caritas Schweiz Caritas-Direktor Jürg Krummenacher stellte an der Medienkonferenz in Bern auch die Jahreszahlen des Hilfswerks für 2006 vor. Der Aufwand betrug 113,6 Millionen. Davon wurden 68 Millionen für Projekte im Ausland eingesetzt. Die Gemeinkosten, also die Kosten für Fundraising, Werbung und Administration, betrugen 6,5 Prozent. Caritas Schweiz erzielte ein gutes Spendenergebnis. Dieses war zwar mit 24,3 Millionen tiefer als im Tsunami-Jahr 2005 (31,6 Millionen), ist aber im Zehnjahresvergleich ausgezeichnet. Auf 43,3 Millionen Franken belaufen sich die Beiträge der Glückskette und anderer Caritas-Organisationen. Von der öffentlichen Hand erhielt Caritas 29,6 Millionen Franken. Wo steht die Schweizer Migrationspolitik? Chancen und Herausforderungen. Positionspapier der Caritas Schweiz. 128 Seiten, 18 Franken. Bestellung: Caritas Schweiz, Bereich Kommunikation, Löwenstrasse 3, 6002 Luzern, Tel 041 419 22 22, E-Mail: info@caritas.ch oder unter www.caritas.ch/shop ots Originaltext: Caritas Schweiz Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Odilo Noti Leiter Bereich Kommunikation Caritas Schweiz Tel.: +41/79/686'87'43

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