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Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Sozialer Rückblick der Caritas zum Jahresende: Armut vorausschauend bekämpfen

Luzern (ots)

Trotz des Wirtschaftsaufschwungs gibt es in der
Schweiz eine wachsende Zahl von Menschen, die in soziale Notlagen
geraten. Caritas Schweiz fordert im "Sozialalmanach 2007", dem
Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lager der Schweiz, zu einer präventiven
Sozialpolitik auf, die Armut vorausschauend bekämpft.
Die heutige Sozialpolitik ist einseitig darauf ausgerichtet, jenen
Menschen zu helfen, die bereits in soziale Not geraten sind. Dass
eine präventive Sozialpolitik dazu beitragen kann, Menschen vor dem
Sturz in die Armut zu bewahren, wird viel zu wenig Rechenschaft
getragen. Carlo Knöpfel, Leiter des Bereichs Grundlagen der Caritas
Schweiz, fordert deshalb zu einem investiven Verständnis von
Sozialpolitik auf. Sozialstaatliche Ausgaben dürften dabei nicht nur
als Kosten gesehen werden. "Es sind Investitionen, deren Erträge
später dem gleichen Sozialstaat in Form von höheren Steuereinnahmen
und vor allem in Form von tieferen Unterstützungsleistungen
zurückfliessen", schreibt Knöpfel im "Sozialalmanach 2007", der in
diese Tagen erschienen ist.
Eine lebenslauforientierte Sozialpolitik muss gemäss Knöpfel an
Übergängen ansetzen. Denn Armut entsteht durch Probleme in der
Schule, bei der glücklosen Suche einer Lehrstelle und bei der
Gründung einer Familie. Und Armut wird von den Eltern an ihre Kinder
weitervererbt.
Die Schweiz als moderne Dienstleistungsgesellschaft muss daher
stärker in die Bildung investieren. Das beginnt bereits bei Angeboten
im Vorkindergartenalter. Zudem braucht es eine familienpolitische
Massnahmen, die beiden Elternteilen eine Berufstätigkeit ermöglichen.
Nur so sei die Sozialverträglichkeit der heutigen wirtschaftlichen
Entwicklung sicherzustellen und damit sozialen Kosten von Morgen
vorzubeugen, sagt Carlo Knöpfel.
Der Sozialalmanach hinterfragt auch die immer lauter werdende
Forderung nach Eigenverantwortung in der Sozialpolitik. Es dürfe
nicht geschehen, dass soziale Not zunehmend als Selbstverschulden
dargestellt werde, fordern Autorinnen und Autoren des
"Sozialalmanachs". Eine präventive Sozialpolitik kann dazu beitragen,
dass Betroffene überhaupt in der Lage sind, Eigenverantwortung
wahrzunehmen.
Sozialalmanach 2007. Das Caritas-Jahrbuch zu sozialen Lage der
Schweiz - Schwerpunkt: Eigenverantwortung. Fr. 34.-, 260 Seiten

Kontakt:

Carlo Knöpfel
Leiter Bereich Grundlagen
Mobile: +41/79/651'42'52

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