Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Sexuelle Ausbeutung: die "wahre" Geschichte von Celina

Theatertournee "Once there was a dream" mit Jugendlichen aus dem Projekt Preda 10. bis 17. Juni 2003 in Bern, Onex/GE, Zürich, Basel, Interlaken, Luzern, St. Gallen

      Luzern (ots) - Vom 10. bis 17. Juni treten sechs Jugendliche aus
den Philippinen auf verschiedenen Bühnen in der Schweiz auf, um ein
ungewöhnliches Stück zu zeigen. Sie spielen in einem Theater, was sie
zum Teil selber erlebt haben: sexuelle Ausbeutung und Prostitution.
"Once there was a dream" erzählt, wie sich die Hoffnung auf ein
besseres Leben wegen der organisierten Prostitution in eine Hölle
verwandeln kann. Start der von Caritas Schweiz organisierten Tournee
war am 10. Juni in Bern.

    Was die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne erzählen, haben mehrere von ihnen tatsächlich erlebt. "Once there was a dream" zeichnet den Werdegang von Celina nach, einer jungen Filipina, die einer langjährigen Freundin folgt, um im Ausland zu arbeiten. Sie hofft, eine gut bezahlte Arbeit zu finden, um ihre ganze Familie damit unterstützen zu können. Sie landet jedoch in einem Bordell, wo sie festgehalten und missbraucht wird. Ihr Schicksal steht stellvertretend für das Leben vieler jungen Mädchen auf den Philippinen, die der Armut entfliehen möchten. Dank der Stiftung Preda, einem seit zehn Jahren von Caritas-Kinderpatenschaften unterstützten Projekt, können viele Mädchen dem unwürdigen Leben im Prostitutionsmilieu entkommen. Die Ausbeuter werden gerichtlich verfolgt.

    Ein eindrückliches Zeugnis

    Die Stiftung Preda wurde 1974 vom irischen Pater Shay Cullen gegründet. Sie verhilft den jungen Opfern zu einer vorübergehenden Unterkunft, Unterricht und einer Therapie. Damit sollen die Mädchen befähigt werden, die psychischen Schäden des sexuellen Missbrauchs zu überwinden und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Pro Jahr werden im Zentrum 35 Kinder beherbergt und therapiert. "Man muss die Menschen in reichen Ländern für dieses Problem sensibilisieren und ihnen zeigen, dass auch sie im Kampf gegen diesen Missstand Verantwortung tragen", sagt Shay Cullen. Das kann auch mit einem Theaterstück geschehen. Das Stück ist um so eindrücklicher, wenn man weiss, dass die beteiligten Jugendlichen zum Teil selber durch diese Hölle gegangen sind. Der Text wurde von der Theatergruppe selber erarbeitet.

    Seit vielen Jahren engagiert sich Shay Cullen im Kampf gegen die organisierte Prostitution. Trotz den vielen Drohungen setzt er seine Arbeit fort, indem er die Ausbeuter und Drahtzieher des Menschenhandels gerichtlich belangt und den Opfern direkte Hilfe bietet. Für seinen unermüdlichen Einsatz zugunsten der Menschenrechte erhielt er die Stadtpreise von Weimar und Ferrara/Italien. Pater Cullen begleitet die Truppe während der ganzen Tournee und steht für Gespräche mit dem Publikum über dieses heikle Thema bereit.

    Mobilisieren um zu protestieren

    "Der grösste Skandal ist, dass die Ausbeutung von Kindern nicht ohne das Wissen der lokalen Behörden stattfinden kann. Die Verantwortlichen tolerieren diesen Handel oder fördern ihn sogar. Personen, die eigentlich Kinder schützen müssten, sind in Wahrheit für deren Missbrauch verantwortlich", empört sich Shay Cullen. "Die reichen Länder müssen sich mobilisieren, um gegen dieses Verbrechen zu protestieren. Sie können zum Beispiel ihre Entwicklungshilfe von Veränderungen in diesem Bereich abhängig machen oder Gesetzesreformen und Organisationen, die Kindern helfen, unterstützen", schliesst er.

    Tournee:

    Bern,          10. Juni, 19.00 Uhr, Münstergemeinde Calvinhaus
    Onex/GE,      11. Juni, 20.30 Uhr, Gemeindesaal
    Zürich,        12. Juni, 20.30 Uhr, Aula Kantonsschule Rämibühl
    Basel,         13. Juni, 19.30 Uhr, Gymnasium Kirschgarten
    Interlaken, 15. Juni, 19.30 Uhr, reformierte Kirche Unterseen
    Luzern,        16. Juni, 20.30 Uhr, Aula Kantonsschule Alpenquai
    St. Gallen, 17. Juni, 20.00 Uhr, flon

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