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ASMS: Grösste Delfin-Fangaktion aller Zeiten auf den Salomonen-Inseln

    Wädenswil (ots) - Internationale Delfinhändler machten sich die instabile politische Situation auf den Salomonen-Inseln im Pazifik zunutze und führten in den letzten Wochen die grösste je bekannt gewordene Delfin-Fangaktion durch. Bis zu 200 Delfine wurden durch lokale Fischer eingefangen, denen man für jedes Tier eine Belohnung von 400 $ versprochen hatte.

    Nach der brutalen Fangaktion wurden die meisten dieser Tiere mit völlig ungeeigneten Methoden über grosse Strecken transportiert und anschliessend in viel zu kleinen, teilweise kaum 1m tiefen Bassins zusammengepfercht. Auch die Beschaffung von Nahrung für so viele Tiere ist sehr problematisch. Teilweise wurde mit Dynamit gefischt, um den immensen Bedarf der Delfine zu decken. Die Recherchen von internationalen Tierschutzorganisationen haben ergeben, dass sämtliche Tiere an ausländische Delfinarien verkauft werden sollen.

    Sofort nach Bekanntwerden dieser unglaublichen Vorgänge, die möglicherweise den ganzen lokalen Delfinbestand gefährden, hat sich die Schweizer Organisation ASMS (Schutz der Meeressäuger) gemeinsam mit vielen international tätigen Tierschutzorganisationen für den sofortigen Stop der Fangaktion und die Freilassung aller Delfine eingesetzt. Leider ist es - trotz der Unterstützung der australischen Behörden - bisher nicht gelungen, die Regierung der von ethnischen und politischen Unruhen geschüttelten Pazifikrepublik zum Einschreiten zu bewegen. Vielmehr hat sie unter grossem Zeitdruck und kurz vor dem Eintreffen der australischen Interventionstruppen der Ausfuhr von 33 Delfinen nach Mexiko zugestimmt. In einer Blitzaktion wurden diese Tiere am Montag in ein Transportflugzeug verladen. Durch ein massives Polizeiaufgebot wurden Angehörige der internationalen Presse und Vertreter von Tierschutzorganisationen daran gehindert, die Vorgänge zu dokumentieren.

    Die Tiere werden in den nächsten Stunden in Mexiko erwartet, wo sie in ein Delfinarium gebracht werden sollen. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass nur ein kleiner Teil davon die äusserst strapaziöse Reise überstehen wird. Doch auch dies hält die Delfinhändler nicht von ihrem Tun ab. "Die Gewinnmarge beim Verkauf von Delfinen ist riesig, sodass die Rechnung für die Delfindealer in jedem Fall aufgehen wird", sagt Beatrice Miranda, Zoologin und Projektleiterin bei der ASMS.

    Die Nachfrage nach Delfinen nimmt laufend zu, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit dem Boom der "Schwimmen mit Delfinen"-Programme und sogenannten Delfintherapien, mit denen immer mehr Delfinarien versuchen, vom Image als reine Vergnügungsbetriebe wegzukommen.

ots Originaltext: ASMS
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Kontakt:
ASMS
Beatrice Miranda
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Mobile:    +41/78/653'27'15
E-Mail:    bmiranda@asms-swiss.org
Internet: http://www.asms-swiss.org



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