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Die Zukunft wild lebender Tierarten und die internationale Politik - Eine ökonomische Analyse: Japan - östliche Karibik Santiago, 13. November 2002

Wädenswil/Santiago, Chile (ots)

Seit dem 3. November 2002
verhandeln die Vertragsstaaten des Washingtoner
Artenschutz-übereinkommens (CITES) in Santiago de Chile über das
Überleben gefährdeter wild lebender Tier- und Pflanzenarten.
Vor dem Hintergrund des Konferenzprogramms und im Bewusstsein,
dass heutzutage das Management des Ökosystems Sache der
internationalen Politik ist, publizierten die Schweizer
Walschutz-Koalition (ASMS, Tierschutz Bund und Zürcher Tierschutz)
und die Eastern Caribbean for Environmental Awareness (ECCEA) die
Studie "Sozio-ökonomische und politische Aspekte von Beihilfen, Japan
und die Karibik", in der das japanische Beihilfeprogramm für die
Fischereiindustrie in der Karibik einer Bewertung unterzogen wird.
Der von einem der führenden Volkswirtschaftler der Region
geschriebene Bericht zeigt, dass das japanische Beihilfeprogramm
nicht etwa Bereichen zugute kommt, in denen eine tatsächliche
Notwendigkeit besteht, sondern vielmehr ein Mittel zur Einflussnahme
auf das Abstimmungsverhalten kleiner Inselstaaten in internationalen
Foren ist.
Schon seit 1987 wird sechs unabhängigen Kleinststaaten in der
östlichen Karibik, allesamt Mitglieder der Vereinten Nationen -
Grenada, St. Vincent und die Grenadinen, St. Lucia, Dominica, Antigua
und Barbuda, St. Kitts und Nevis - diese bilaterale japanische Hilfe
zuteil, die sich auf 160'000'000 US$ 1) beläuft und komplett und
gezielt in den Fischereisektor fliesst.
Aus dem Bericht geht hervor, dass die Europäische Hilfe, die
doppelt so hoch ist, im Gegensatz zur Japanischen auf alle Sektoren
der Inselwirtschaft abzielt, während sich die japanische Beihilfe
einzig und allein auf den Fischereisektor konzentriert: 22
Fischereikomplexe werden entweder schon finanziert oder wurden diesen
Inseln in Aussicht gestellt. Die Auswirkungen dieser massiven
japanischen Zuwendungen müssten zu einer spektakulären Entwicklung
der lokalen Fischereiindustrie führen. Es stellt sich jedoch heraus,
dass die Ergebnisse weit hinter den hohen Erwartungen zurückstehen.
Die Verknüpfung zwischen dem japanischen Beihilfeprogramm für die
Fischerei und der Unterstützung, die Japan als Gegenleistung für
diese Zuwendungen erwartet, ist von japanischer Seite offiziell
bestätigt worden; das Nehmerland muss zunächst eine
Fischfangvereinbarung mit Japan abschliessen und Japans Position
bezüglich der Verwendung dieser Ressourcen bei internationalen
Kommissionen und Konventionen mit anderen Parteien stärken.
Aus vorhandenen Dokumenten ist ersichtlich, dass diese Initiative
von Japan erstmalig bei der Internationalen Walfangkommission (IWC
International Whaling Commission) eingesetzt wurde, anschliessend bei
der Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und
jedes Mal einem Zeitrahmen und einem ersten Transfer von
Beihilfezahlungen von Japan an das betreffende Land entsprach. In
vielen Fällen bedeutet die Unterstützung durch Inseln eine radikale
Abkehr von nationalen gesamtpolitischen Kursrichtungen, die jedoch
Japan eine Sperrminorität an den Verhandlungstischen sichert.
Der Report lässt eine Langzeitstrategie hinter dieser
Japanisch-Karibischen Partnerschaft erkennen, in der
Finanzierungskriterien weniger komplex sind als auf europäischem
Niveau.
Die Schweizer Walschutz-Koalition und ECCEA empfehlen die
Entwicklung von sozio-ökonomischen Programmen, die auf die wahren
Bedürfnisse dieser Inseln zugeschnitten sind und eine freie und
unabhängige Willensbildung dieser Inseln in internationalen Foren
zulassen.

Kontakt:

Sigrid Lueber, Lesley Sutty
Mobilte: +56/9170/5880
Internet: http://www.swisswhales.org
[ 015 ]

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