OceanCare

Massaker an Grindwalen in Japan

Erneut griffen Fischer Walschützer an, die das grausame Geschehen filmten

    Wädenswil (ots) - In Taiji, einem Küstenort in der japanischen Präfektur Wakayama, wurde gestern erneut ein Team von Walschützern, bestehend aus zwei Amerikanern und einer Japanerin, beim Filmen eines Massakers an mehr als zwanzig Grindwalen tätlich angegriffen.

    Über kurze Zeit hinweg war es den Walschützern gelungen, die Fischer durch die Präsenz ihrer Kameras von einer Fortsetzung des Massakers abzuhalten (vier Wale waren bereits abgeschlachtet worden). Gestern Früh gegen fünf Uhr bei kaltem Regen rechneten die Fischer mit der Unaufmerksamkeit des Teams und begannen ihr blutiges Werk.

    „Doch wir kamen dazu," berichtet Hardy Jones, renommierter Naturfilmer und Geschäftsführer der kalifornischen Meeresschutzorganisation „BlueVoice.org". „Retten konnten wir letztendlich leider keinen einzigen Wal, jedoch gelang es, den ganzen Horror zu dokumentieren: Die Fischer metzelten mit ihren Messern die gesamte Walschule zu Tode. Einige erst dieses Jahr geborene Kälber waren dabei. Am Ende war die Bucht rot vor Blut, ein grauenvoller Anblick." Während des Massakers wurde der Versuch gemacht, dem Team die Kameras zu entwenden und die Videobänder abzunehmen, wobei immer wieder mit einer schweren Stange und dem Tod gedroht wurde, wenn die Filme nicht herausgegeben würden. Jones: „Auch während unseres ganzen Weges zurück zum Hotel gab es Handgreiflichkeiten."

    Die Kleinwale - es handelte sich um Grindwale, die bis zu vier Tonnen schwer und 6,5 Meter lang werden können - waren in eine kleine Bucht bei Taiji getrieben worden. Diese jährlichen Treibjagden sind berüchtigt, werden aber dennoch von der japanischen Regierung legitimiert. Über 20.000 Kleinwale werden jährlich in japanischen Küstengewässern getötet.

    Durch das Dokumentieren vor Ort soll öffentlicher Druck erzeugt werden, um dieses sinnlose Töten zu beenden. Die Recherche vor Ort wird fortgesetzt, mit dem Ziel weitere Treibjagden zu verhindern.

    Sigrid Lüber, Präsidentin der ASMS: „Wir fordern die japanischen Behörden erneut auf, die Treibjagden umgehend einzustellen."

ots Originaltext: ASMS
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
Sigrid Lüber, ASMS, Postfach 30, 8820 Wädenswil
Mobile +41 79 475 26 87
E-Mail: sigilueber@asms-swiss.ch



Das könnte Sie auch interessieren: