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Sinnloses Massaker an Grindwalen im Nordatlantik

Halsstarrig pünktlich jedes Jahr vor der IWC

    Wädenswil (ots) - Auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln wurden in den letzten Wochen rund 430 Grindwale getötet. An einem einzigen Tag wurde bei Vågö (Syderoy) eine ganze Familie mit rund hundert Tieren ausgelöscht und damit wichtige Bausteine des Genpools dieser Art zerstört. Die ASMS (Arbeitsgruppe zum Schutz für Meeressäuger - Schweiz) hat bei der Dänischen Botschaft und beim Dänischen Premierminister energisch dagegen protestiert und zum Eingreifen aufgefordert.

    Die Färöer-Inseln werden zwar durch die sogenannten "Homerules" regiert. Da Dänemark jedoch für das färingische Justizsystem zuständig ist, die Färinger auf internationaler Ebene repräsentiert und jährlich grosszügig subventioniert, hätte es das Instrumentarium zum Eingreifen.

    Der Grindwalfang ist sehr grausam. Der Stress für die Tiere beginnt bereits, wenn sie in Buchten getrieben werden, wo ihnen die Jäger die Gaff ins Blasloch rammen und sie mit der Gaff in seichtes Wasser ziehen, wo versucht wird, ihnen mit einem Messer das Rückgrat zu durchtrennen. Noch lebend verbluten die Wale elend und müssen bewusst miterleben, wie ihre Familienmitglieder niedergemetzelt werden.

    Ging es früher um Nahrungsbeschaffung, so geht es heute vielmehr um die Befriedigung von Blutrausch, der Jagdlust und der Tradition. Ausserdem ist Grindwalfleisch stark mit Schwermetallen und Schadstoffen wie z.B. PCB und DDT belastet und für den menschlichen Konsum denkbar ungeeignet. Die färingischen Gesundheitsbehörden haben bereits 1998 neue Ernährungsempfehlungen herausgegeben, wonach schwangere Frauen keinen Walspeck essen und drei Monate vor der Schwangerschaft kein Walfleisch mehr konsumieren sollten. Auf den Verzehr von Innereien sollte ganz verzichtet werden. Kein Wunder, dass ein grosser Teil des erbeuteten Walfleisches auf der Müllkippe landet.

    Die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln und die Jagd auf andere Kleinwale wird auch an der kommenden Tagung der IWC vom 23. - 27. Juli 2001 ein Thema sein. Die ASMS nimmt schon zum zehnten Mal in Folge als einzige Schweizer NGO (Nichtregierungsorganisation) an der IWC (Internationalen Walfangkommission) teil und wird sich vor Ort zum Schutz aller Wale einsetzen. Unter www.asms-swiss.ch erfahren Sie alles Aktuelle zur IWC.

ots Originaltext: ASMS
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
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Postfach 30
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Mobile +41 79 475 26 87
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