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Delfinweibchen im Conny Land erneut trächtig? Behörden und Betreiber sind gefordert!

Wädenswil (ots) - Die ASMS (Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger-Schweiz) befürchtet die erneute Trächtigkeit eines der beiden Delfinweibchen im Lipperswiler Freizeitpark Conny Land. Die verantwortlichen Stellen hüllen sich in Schweigen. Was unternehmen sie, um den möglichen sinnlosen Tod weiterer Delfinbabies nach dem Debakel im letzten Sommer verhindern? Die neue Tierschutzverordnung wird derzeit ausgearbeitet. In der Haltung zeichnet sich ab, dass künftig ein Drei-Becken-System verlangt wird. Separate Becken zum Schutz von Mutter und Kalb vor den restlichen Delfinen werden auch von den Grundsätzen des Europäischen Delfinzucht-Programm vorgeschrieben. Und auch die offenbar unbefangene Expertin Dr. M. Klinovska, welche in ihrem Gutachten die Delfinhaltung im Conny Land in weiten Teilen gedeckt hat, rät dringend an, bei der Zucht die Becken anzupassen und die Sozialstruktur der Delfine zu berücksichtigen. Bereits im letzten Sommer legte die Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger - Schweiz ASMS öffentlich den Finger auf die fehlende Eignung der jetzigen Anlage für Zuchtzwecke. So fehlen Abtrennbecken, Rückzugsmöglichkeiten und separate Wasseraufbereitungen. Solange diese Anforderungen nicht erfüllt sich, fordert die ASMS erneut ein unverzügliches Zuchtverbot im Lipperswiler Delfinarium. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät, um den Babies eine schwierige Geburt und einen allzu frühen Tod und einer Delfinmutter eine weitere Traumatisierung zu ersparen. Schliesslich sollen Totgeburten oder frühe Hinschiede von Delfinbabies von ihren Müttern nach Ansicht von internationalen Fachleuten als ähnlich schwierig erlebt werden, wie von Menschen. Und selbst wenn ein Delfinbaby das kritische erste Jahr überleben sollte, so bliebe die Delfin-Aufstockung trotzdem kritisch zu hinterfragen. Fünf Delfin-Gefangene sind doch mehr als genug. Ihm stünde ein trostloses Leben bevor, ohne dass es je einen Himmel sähe, mit Wellen spielen könne oder einen lebendigen Fisch fangen und fressen könnte. Und das bloss, damit Tausende gaffender Freizeitvernichter ihren kurzen Spass haben und im Conny-Land die Kassen klingeln. ots Originaltext: ASMS Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: ASMS Noëlle Delaquis (Fachstelle Delfine) Postfach 30 8820 Wädenswil Tel. +41 76 393 20 60 Auch: www.flipperswil.ch [ 007 ]

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