HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche

HEKS: Philippinische Entscheidungsträger lernen Schweizer Föderalismus-System kennen

Zürich (ots) - Auf Einladung von HEKS, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, und der Schweizer Botschaft in Manila, hat eine Delegation hochrangiger Entscheidungs-träger/innen aus den Philippinen die Schweiz besucht, um das Föderalismus-System zu studieren. Föderalismus wird in den jetzigen Friedensverhandlungen zwischen der philippinischen Regierung und Muslim-Gruppen der MILF (Moro Islamic Liberation Front) als Möglichkeit diskutiert, um den langjährigen bewaffneten Konflikt auf der philippinischen Insel Mindanao zu beenden. "Föderalismus ist mehr, als Macht teilen", fasst Bert Layson die Studienwoche vom 12. bis 18. September 2004 zusammen. "Föderalismus heisst, universelle Werte wie Teilen, Respekt und Nächstenliebe anzuwenden." Der Priester ist einer von acht Entscheidungsträger/innen, die das schweizerische Föderalismus-System auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene studiert haben. Alle spielen in der Friedensarbeit auf Mindanao eine einflussreiche Rolle. Die Delegation traf zahlreiche Experten und Politiker. Besonders beeindruckt war sie vom Einfluss, den das Volk auf die Politik hat: "Sogar Entscheide der Regierung können vom Volk überstimmt werden", staunt Layson. Fatmawati Salapuddin, Leitungsmitglied der Moro National Liberation Front, war von der schweizerischen Steuerpolitik beeindruckt: "Wir haben gelernt, dass die Kantone die Ressourcen selber verwalten und dem Staat nur geben, was ihm gehört. Bei uns nimmt der Zentralstaat den Regionen alles und gibt ihnen von ihrem Reichtum nichts mehr zurück." Die Idee der Studienreise entstand 2001 anlässlich einer HEKS-Tagung in der Schweiz, die das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen in Gewaltsituationen thematisierte. Auf der Insel Mindanao leiden die Menschen seit 30 Jahren unter den bewaffneten Konflikten, die immer wieder eskalieren. Die Kontrahenten sind Rebellen-Gruppen einerseits, die ein unabhängiges Mindanao fordern, und die philippinische Regierung andererseits, die keine weiteren Autonomie-Zugeständnisse mehr machen will. Seit diesem Jahr haben die Regierung von Gloria Macapagal-Arroyo und die muslimische Gruppe Moro Islamic Liberation Front (MILF) Friedensverhandlungen aufgenommen. Eine Option, um aus der blockierten Situation heraus zu kommen, ist der Föderalismus, der von beiden Verhand-lungsseiten als Diskussionsbasis akzeptiert worden ist. Maya Doetzkies, HEKS-Programmbeauftragte für Südostasien, ist stolz darauf, dass es auf kleiner Ebene möglich ist, auf die grosse Politik Einfluss zu nehmen. "Dies ist nur dank der langjährigen Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen auf den Philippinen möglich. Ein solcher Austausch setzt gute Beziehungen und Vertrauen voraus." Das Programm der Studienreise ist in Kooperation mit dem Institut für Föderalismus in Freiburg (IFF) gestaltet worden. ots Originaltext: HEKS Im Internet recherchierbar: www.presseportal.ch Kontakt: Maya Doetzkies HEKS-Programmbeauftragte für Südostasien E-Mail: doetzkies@hekseper.ch Tel. +41/1/368'66'42 Mobile: +41/79/430'03'57

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