Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD)

EVD: Verbot für Freilandhaltung von Geflügel

      Bern (ots) - Der Bundesrat hat heute beschlossen, die
Freilandhaltung von Geflügel in der Schweiz bis 15. Dezember 2005 zu
verbieten. Verboten sind in dieser Zeit auch Geflügelmärkte und
Geflügelausstellungen. Mit dieser vorsorglichen Massnahme soll die
Einschleppung der Klassischen Geflügelpest (Vogelgrippe) in die
schweizerischen Geflügelbestände durch Zugvögel verhindert werden.
Der Bundesrat hat heute eine Verordnung über vorsorgliche
Sofortmassnahmen zur Verhinderung der Einschleppung der Klassischen
Geflügelpest erlassen. Ab nächsten Dienstag, 25. Oktober 2005, darf
Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane,
Wachteln, Enten, Gänse sowie Strausse und andere Laufvögel) nur noch
in geschlossenen Ställen oder in anderen geschlossenen
Haltungssystemen wie Aussenklimabereichen mit einer überstehenden
dichten Abdeckung nach oben sowie vogelsicheren Seitenbegrenzungen
gehalten werden. Dieses Verbot der Freilandhaltung gilt bis 15.
Dezember 2005, sowohl für Nutzgeflügel wie auch für Zier- und
Rassegeflügel. Nach dem 15. Dezember 2005 ist nicht mehr mit grossen
Vogelzügen aus Osteuropa zu rechnen.

    Wenn es unmöglich ist, die Tiere im Stall oder unter einer geschlossenen Abdeckung zu halten, kann der Kantonstierarzt oder die Kantonstierärztin in begründeten Einzelfällen Ausnahmen von diesem Freilandverbot bewilligen. Solche Bestände mit einer Ausnahmebewilligung werden jedoch streng tierärztlich überwacht.

    Ebenfalls verboten werden in diesem Zeitraum Geflügelmärkte und – ausstellungen sowie ähnliche Veranstaltungen. Gleichzeitig erlässt der Bundesrat eine Registrierungspflicht für Geflügelhalter: Wer Geflügel hält, muss sich innert einer Woche nach Inkrafttreten dieser Verordnung bei einer vom Kantonstierarzt / von der Kantonstierärztin bezeichneten Stelle melden. Ausgenommen davon sind Geflügelhalter, welche ihren Geflügelbestand im Rahmen der Tierdatenerhebung 2005 der kantonalen Vollzugsbehörde der Direktzahlungen gemeldet haben.

    Es wird zugesichert, dass die Tierhalterinnen und Tierhalter durch dieses temporäre Freilandverbot keine Einbussen bei den Direktzahlungen erleiden. Auch die Deklaration von Freiland- und Bioprodukten muss für diese vorübergehende Massnahmen nicht geändert werden.

    Mit dieser Verordnung trägt der Bundesrat der veränderten Risikosituation Rechnung. Es handelt sich um eine vorsorgliche Massnahme zum Schutz der schweizerischen Geflügelbestände.

Auskünfte: Marcel Falk, Kommunikation BVET, 031 323 84 96



Weitere Meldungen: Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD)

Das könnte Sie auch interessieren: