Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD)

EVD: Internationale Walfangkommission (IWC): Teilnahme der Schweiz an der Jahrestagung in Sorrento

      Bern (ots) - Die 56. Jahrestagung der Internationalen
Walfangkommission (IWC) findet in Sorrento (Italien) statt und
dauert vom 19. bis 22. Juli 2004. Der Bundesrat hat heute der
Schweizer Delegation das Mandat erteilt: Die Schweiz wird sich dafür
einsetzen, dass die dort gefassten Beschlüsse auf wissenschaftlichen
Grundlagen basieren und einvernehmliche Lösungen gefunden werden.
Das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfanges verfolgt
neben dem Schutz der von der Ausrottung bedrohten Walbestände auch
das Ziel, mittels modernem Managements anderer Walbestände deren
nachhaltige Nutzung sicherzustellen. Dieses Prinzip der Erhaltung
und nachhaltigen Nutzung deckt sich mit jener der World
Conservation Union (IUCN) und der Deklaration von Rio. Auf allen
Weltmeeren ist heute allerdings ein Walfangmoratorium der IWC in
Kraft.

An der Jahrestagung 2004 werden unter anderen die folgenden Themen behandelt: neueste Schätzungen der Grössen diverser Walbestände Fortschritte bei der Entwicklung eines revidierten Bewirtschaftungsschemas

wissenschaftlicher Walfang Walfang der Naturvölker in Alaska, Grönland, Sibirien und Sankt Vincent

Tötungsmethoden

Beeinflussung der Walbestände durch negative Umwelteinflüsse

Schutzgebiete

    Die Position der Schweiz kann wie folgt zusammengefasst werden: Im Falle der bedrohten Walarten wird sich die Schweiz weiterhin für ein Fortführen der Schutzmassnahmen aussprechen. Der Wiederaufnahme einer eng begrenzten kommerziellen Waljagd in geographisch festgelegten Gebieten würde die Schweiz nur dann zustimmen, wenn wissenschaftlich nachgewiesen wird, dass die Entnahme der Tiere aus der Natur dem Bestehen der betreffenden Art und dem Ökosystem nicht abträglich ist und wenn garantiert ist, dass die Jagdquoten durch wirksame Massnahmen kontrolliert werden. Aus diesem Grunde bleiben die Ergebnisse der Kommission, welche sich der Ausarbeitung des Bewirtschaftungsschemas widmet, abzuwarten. Die Schweiz vertritt darüber hinaus seit je die Ansicht, dass auch das Management der so genannten «kleinen Walarten» (z. B. Narwal, Beluga, Grosser Tümmler), in den Kompetenzbereich der IWC fallen sollte.

    Die Schweiz befürwortet die Einrichtung neuer Walschutzzonen – unter der Voraussetzung, dass die Anträge wissenschaftlich begründet sind und von allen Anrainerstaaten im Prinzip unterstützt werden.

    Die Schweiz befürwortet Forschungsarbeiten über die Auswirkung schädigender Umwelteinflüsse auf Wale und ist bereit, ihren Beitrag zur Reduktion der Schadstoffe zu leisten.

    Die Schweiz wird wie bisher ihre Aufgaben in der Internationalen Walfangkommission gemäss den Bestimmungen des Übereinkommens erfüllen und besonders darauf achten, dass Beschlüsse auf wissenschaftliche Grundlagen abgestützt sind. Das Mandat des Bundesrates für die schweizerische Delegation stimmt mit der Position unseres Landes in anderen internationalen Umweltgremien sowie mit den Grundsätzen der Umweltpolitik im Inland überein. Das Binnenland Schweiz hofft dadurch weiterhin, die Rolle eines verlässlichen, vermittelnden Gesprächspartners spielen zu können, wenn die Standpunkte innerhalb der IWC nicht mehr vereinbar scheinen. Die Schweiz wird in Sorrento vertreten durch Dr. Thomas Althaus, Bundesamt für Veterinärwesen, und Herrn Martin Krebs, Politische Abteilung III, Sektion Umwelt des EDA.

Medienrohstoff: www.bvet.admin.ch/medien- info/d/presserohstoffe/1_index.html

Broschüre: Die Schweiz und das internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs (Hrsg: BVET 1996)

Internet:     http://www.bvet.admin.ch/artenschutz/d/berichte_publikat/walbroschuer e/1_index.html (Walbroschüre)

http://www.iwcoffice.org/ (Website der IWC)

Auskünfte: Thomas Althaus, Leiter Artenschutz, Bundesamt für Veterinärwesen, Tel. 079 475 60 84  



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