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CH übernimmt führende Rolle in Politik zur Nachhaltigen Entwicklung

Neuenburg (ots) - Am 2. September 2002, also in einem Jahr, beginnt in Johannesburg, Südafrika, der zweite Erdgipfel. In der Vorbereitung dieses grössten je geplanten Regierungstreffens übernimmt die Schweiz eine führende Rolle, wie Bundesrat Joseph Deiss heute an einer Pressekonferenz auf der Arteplage Neuenburg der Expo.02 erklärte. Der Chef des Departements für Auswärtige Angelegenheiten EDA wird persönlich die Vorbereitungsarbeit der UNO-Region "Europa" für "Johannesburg 2002" präsidieren. Rund 180 Staatsoberhäupter sowie Delegierte und Medienleute werden in einem Jahr in Johannesburg erwartet, um über das Thema "Nachhaltige Entwicklung" zu diskutieren. Zehn Jahre nach dem ersten Erdgipfel von Rio de Janeiro wollen die Länder gemeinsam Bilanz ziehen. Die Schweiz bereitet sich sowohl im Inland als auch aussenpolitisch auf dieses Grossereignis vor. Nachhaltige Entwicklung bedeute, "weltweit und gleichwertig wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Werte zu schaffen", sagte Bundesrat Joseph Deiss vor den Medien. Die Lösung dieser anspruchsvollen Aufgabe sei "eine Ueberlebensfrage". Einem Vorschlag des EDA-Vorstehers folgend, beschloss der Bundesrat an seiner gestrigen Sitzung, auf Anfrage der beteiligten Institutionen das Präsidium der vorbereitenden Verhandlungen für "Johannesburg 2002" in der UNO-Region "Europa" zu übernehmen. Zu dieser wirtschaftlich gewichtigen Ländergruppe gehören auch die USA und Kanada. Ein regionales Ministertreffen zur Vorbereitung des Erdgipfels findet am 24./25. September 2001 in Genf statt. Aehnliche Vorbereitungsprozesse laufen in den vier anderen UNO-Regionen Afrika, Lateinamerika und Karibik, Ostasien und Pazifik sowie Westasien. Der Bundesrat will im Hinblick auf "Johannesburg 2002" nicht nur eine aktive Rolle übernehmen, sondern auch inhaltlich Akzente setzen: Er möchte sechs Themenfelder in den Mittelpunkt der internationalen Diskussion stellen, nämlich die Nachhaltige Entwicklung von Bergregionen, Süsswasserressourcen, soziale Entwicklung und Abbau der Armut, Handelsthemen sowie gute Regierungsführung ("Gouvernanz") auf nationaler und globaler Ebene. Am Erdgipfel sollen sich die Länder nach den Vorstellungen der Schweiz in diesen und anderen Bereichen zu möglichst konkreten Massnahmen verpflichten: "Die Schweiz will gegenüber Rio einen Schritt vorwärts machen", erklärte Deiss in Neuenburg. Dem Bundesrat wird zudem im Frühjahr 2002 eine neue, im Vergleich zur ersten Ausgabe von 1997 weit umfassendere Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung der Schweiz zum Entscheid unterbreitet, wie an der Pressekonferenz der Chef des innenpolitisch federführenden Bundesamtes für Raumentwicklung ARE im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, Pierre-Alain Rumley, bekannt gab. Zum ganzen innen- und aussenpolitischen Prozess werden nicht nur die betroffenen Verwaltungsstellen, sondern auch interessierte gesellschaftliche Gruppen und Institutionen konsultiert. Das ARE hat zudem gemeinsam mit den Kantonen und grösseren Städten ein "Forum Nachhaltige Entwicklung" gegründet, um die Zusammenarbeit in dieser Frage auf allen Ebenen zu stärken und zu koordinieren. Die Bundesratsstrategie und das Forum" dienen der Erfüllung des entsprechenden Auftrags in der revidierten Bundesverfassung von 1999, welche "die Nachhaltige Entwicklung in den Rang eines Staatsziels erhebt", wie Rumley weiter ausführte. An der Pressekonferenz unter Leitung von Walter Fust, dem Chef der für die Koordination der Vorbereitungen von Johannesburg 2002" zuständigen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, wurden auch verschiedene Kommunikationsmassnahmen für die Nachhaltige Entwicklung vorgestellt. So präsentierte Martin Heller, künstlerischer Direktor der Expo.02, das Bundesprojekt "Palais de l'Equilibre" auf der Arteplage Neuenburg. Dieser imposante, kugelförmige Holzbau ist der Nachhaltigen Entwicklung gewidmet und wird es zahlreichen Besucherinnen und Besuchern erlauben, im Vorfeld und während des Erdgipfels sich dank eines anregenden Erlebnisses persönlich mit diesem Thema zu befassen. Weitere Informationen: www.johannesburg2002.ch Kasten Aktuelle Hintergründe zur Nachhaltigen Entwicklung Informationen zum Erdgipfel bietet die neue Website www.johannesburg2002.ch, die permanent erweitert und aktualisiert wird. Auf dieser Website und als Broschüre veröffentlichte der Bund heute auch die Populärfassung einer neuen Studie, welche die Fortschritte und die Umsetzungslücken der Nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz vertieft analysiert. Die zugrunde liegende Studie war im Auftrag des Interdepartementalen Ausschusses zur Umsetzung der Beschlüsse von Rio (IDARio) erarbeitet worden. Das illustrierte Heft mit dem Titel "Für eine Schweiz mit Zukunft", das unter anderem für Schulen gedacht ist, kann auf der Website als PDF-File heruntergeladen oder als Broschüre kostenlos bestellt werden bei: AWZ, DEZA-Vertrieb, Sulgenrain 24, 3000 Bern 23 (Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch). Auf Deutsch, Französisch und Englisch kann zudem die Standortbestimmung des Bundesrates "10 Jahre nach Rio - Die Schweiz auf dem Weg zu einer Politik der Nachhaltigen Entwicklung" bestellt werden. Hinweise an die Medien Die Pressemappe der Medienorientierung ist unter www.johannesburg2002.ch unter dem Link "Medienkonferenz" als PDF-Dokument erhältlich. Fotos von Bundesrat Joseph Deiss auf der Baustelle des Palais de l'Equilibre der Arteplage Neuenburg Expo.02 sind über Keystone erhältlich. ots Originaltext: DEZA Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Information DEZA, Telefon +41 79 335 76 04 oder +41 31/ 323 08 63, Barbara Affolter, barbara.affolter@deza.admin.ch Information Expo.02, Telefon +41 32 726 21 28, Marina Villa, mvilla@expo.02.ch

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