Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)

UVEK: Gotthard: Sicherheit mit Gegenverkehr gewährleistet

      Bern (ots) - Die Arbeiten zur Verbesserung der Sicherheit im
alpenquerenden Strassenverkehr kommen voran. Nachdem im
Gotthardtunnel verschiedene Massnahmen wie die Optimierung des
Lüftungssystems getroffen worden sind, kann die Dosierung planmässig
auf das Tropfenzählersystem umgestellt werden. Diese Verbesserungen
erlauben die Wiederaufnahme eines dosierten Gegenverkehrs. Zur
Erhaltung der wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit der Südschweiz
werden zudem gewisse Erleichterungen für Teile des Schwerverkehrs
eingeführt. Bevor die Neuerungen Ende September/Anfangs Oktober
eingeführt werden können, sind die nötigen Verordnungen anzupassen.

    Bedingung für die Anpassungen am Dosierungssystem ist ein mindestens gleichbleibender Sicherheitsstandard im Gotthardtunnel. Mit der Umstellung auf das Tropfenzähler-System wird der Verkehr am Gotthard verflüssigt und der Sicherheitsabstand zwischen zwei Lastwagen gewährleistet. Diese Verbesserungen sowie die leistungsfähigere Lüftung kompensieren das Kollisionsrisiko, welches durch die Wiedereinführung des Gegenverkehrs entsteht.

    Im Tropfenzählersystem wird jeder Lastwagen einzeln in den Tunnel geschickt. Die Anzahl der Lastwagen, die den Gotthardtunnel passieren, wird in einer Bandbreite von 60 bis maximal voraussichtlich 150 Fahrzeugen pro Richtung und Stunde flexibel gehandhabt werden und richtet sich nach dem Personenwagen-Aufkommen. Wichtig dabei: die Menge des gesamten Verkehrs ist pro Richtung und Stunde auf 1000 Personenwageneinheiten (PWE) beschränkt, ein Lastwagen entspricht 3 Personenwageneinheiten. Die Verkehrsexperten gehen davon aus, dass sich die tägliche Gesamtkapazität bei 3000 bis 4000 Lastwagen einpendeln wird. Dadurch wird es auch möglich, die gefährlichere San Bernardino-Strecke zu entlasten. Die Phase ROT wird wie bisher gehandhabt und dann ausgerufen, wenn die Kapazität des neuen Systems überschritten wird.

Erleichterungen auch für Personenwagen

    Durch die Umstellung auf das Tropfenzähler-System wird sich der Personenwagenverkehr merklich verflüssigen. Bei hohem Personenwagenaufkommen haben die PWs Vorrang: ab einem Aufkommen von mehr als 550 PWs pro Stunde und Richtung reduzieren die Polizeibeamten die Anzahl der Lastwagen. Bei mehr als 820 Personenwagen pro Stunde und Richtung wird sich aber in der Regel auch der Personenwagenverkehr stauen.

Hilfe für die Wirtschaft der Südschweiz

    Auch unter dem neuen Regime wird es an einzelnen Tagen zu Erschwernissen für die Wirtschaft der Südschweiz kommen. Diese Erschwernisse werden mit einer gesonderten Behandlung gewisser Teile des Binnenverkehrs gemildert. Die berechtigten Lastwagen werden die vorgelagerten Warteräume umfahren können und direkt in das Tropfenzählersystem eingewiesen. Dadurch verkürzen sich die Wartezeiten. Der Entscheid, welche Fahrzeuge eine S-Berechtigung und somit eine erleichterte Durchfahrt am Gotthard erhalten, wird vom Bundesrat gefällt. Die entsprechenden Verordnungsänderungen sind in Vorbereitung.

Neues Zeichen für S-Verkehr

    Zur Kennzeichnung der berechtigten Fahrzeuge wurde ein neues Zeichen geschaffen: ein gelbes S auf rotem Grund. Das neue Zeichen ist quadratisch mit einer Seitenlänge von mindestens 25 cm und wird möglichst senkrecht und gut sichtbar an der Vorder- und an der Rückseite des Lastwagens, bzw. der Fahrzeugkombination angebracht.

    Um die rasche Einführung des S-Verkehrs und damit die Wirtschaft der Südschweiz zu stützen, wird das Zeichen in einer Pilotphase in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG hergestellt und den Camionneuren abgegeben. In dieser Pilotphase werden Erfahrungen mit der neuen Praxis gesammelt. Gestützt darauf wird eine definitive Regelung für die Produktion und Abgabe des S- Zeichens getroffen.

    Gezielte Kontrollen der zuständigen Kantonspolizeien werden die konforme Durchsetzung der neuen Regelung gewährleisten. Missbrauch des S-Zeichens wird mit Haft oder Busse bestraft.

Bern, 13.September 2002

ASTRA    Bundesamt für Strassen Pressedienst

Auskünfte: Daniel Schneider, Informationsbeauftragter Bundesamt für Strassen ASTRA, Telefon: 031 324 14 91



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