Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)

AlpTransit und die Talsperren: Sicherheit ist oberstes Gebot

    Bern (ots) - In Zusammenhang mit dem Bau der AlpTransit-Tunnels
hat der Bund die Überwachung von vier Staumauern verstärkt. Die
Massnahmen wurden aufgrund von Erfahrungen aus dem Jahre 1978
ergriffen. Damals wurde die Talsperre Zeuzier durch den Bau des
Sondierstollens für den Rawil-Tunnel stark beschädigt. Für die
Talsperren Santa Maria, Curnera und Nalps im Gebiet des
Gotthard-Basistunnels sowie für die Talsperre Ferden im Gebiet des
Lötschbergs wurden zusätzliche Kontrollsysteme eingeführt. Damit
können Bewegungen an der Oberfläche und ihre allfälligen Auswirkungen
auf die Staumauern erkannt werden.

    Die Medien haben wiederholt die Frage nach der Sicherheit von
Staumauern im Zusammenhang mit unterirdischen Arbeiten und
insbesondere mit dem AlpTransit-Projekt aufgeworfen. Es ist deshalb
sinnvoll daran zu erinnern, weshalb der Bund schon Anfang der
90er-Jahre Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der
Staumauern ergriffen hat.

    Wie man es in der Schweiz schon früher beobachten konnte, kann der
Bau eines Tunnels aufgrund der Drainagewirkung dazu führen, dass sich
ein mit Klüften durchzogenes und mit Wasser gesättigtes Felsmassiv
senkt. Solche Absenkungen können Auswirkungen bis an die Oberfläche
haben und sich auf wichtige Bauten auswirken. Dies war bei der
Talsperre Zeuzier der Fall, wo beim Bau des Sondierstollens für den
Rawil-Tunnel im Jahre 1978 ungewöhnliche und starke Deformationen
auftraten, die zu Rissen im Beton führten. Solche Senkungen traten
auch in der Region der Gotthard-Passstrasse auf. Sie wurden mit dem
damaligen Bau des Strassentunnels in Verbindung gebracht.  

    Gestützt auf diese Feststellungen und auf die gemachten
Erfahrungen haben es die betroffenen Bundesbehörden schon 1992 als
vordringlich erachtet, vor und während der Umsetzung der
AlpTransit-Projekte Gotthard und Lötschberg, bei vier Talsperren
spezielle Vorkehrungen zu treffen. Es handelt sich dabei um die
Staumauern Santa Maria, Curnera und Nalps im Gotthardgebiet und jene
von Ferden im Gebiet des Lötschberg-Basistunnels. Mit entsprechenden
Überprüfungsmassnahmen, darunter einem speziellen Kontrollsystem,
soll es möglich sein, alle ungewöhnlichen Phänomene rechtzeitig zu
erkennen und sowohl in den Tunnels als auch an der Oberfläche die
geeigneten Massnahmen zu ergreifen. Beim Bau des Fensterstollens
Ferden im Lötschental wurden bereits geodätische Messreihen
durchgeführt, die jedoch keine relevanten Bewegungen ergeben haben.  

    Das Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG), das bei Fragen zur
Sicherheit der Talsperren zuständig ist, und das Bundesamt für
Verkehr (BAV), das für die Betreuung der AlpTransit-Projekte
verantwortlich ist, gewährleisten in Zusammenarbeit mit den
Gesellschaften AlpTransit Gotthard AG und BLS AlpTransit AG, die mit
der Umsetzung der Projekte beauftragt sind, die Koordination dieser
verstärkten Kontrolle. Die Eigentümer und Besitzer der Talsperren
sind einerseits die Kraftwerke Vorderrhein AG für die Talsperren
Santa Maria, Curnera und Nalps und andererseits die Kraftwerke
Lötschen AG für die Talsperre Ferden.  

ots Originaltext: UVEK
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
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Energie und Kommunikation
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2501 Biel
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Heinz Schöni, Bundesamt für Verkehr
3003 Bern
Tel. +41/31/322'36'43



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