Eidg. Departement des Innern (EDI)

Suizid und Suizidprävention in der Schweiz

      (ots) - Der Bundesrat hat einen Bericht zu Suizid und
Suizidprävention in der Schweiz gutgeheissen. Der als Antwort einer
parlamentarischen Anfrage erarbeitete Bericht stellt einen Überblick
über die Suizidepidemiologie und Suizidprävention der Schweiz dar.
Er kommt zum Schluss, dass das Angebot an präventiven Massnahmen in
der Schweiz zu klein ist und es konkreter Massnahmen bedarf, um die
hohe Suizidrate reduzieren zu können. Der Bundesrat beauftragt das
Bundesamt für Gesundheit, BAG, den Ausbau der wissenschaftlichen
Datengrundlage und die Integration der Thematik Suizid und
Suizidversuche in bestehenden Gesundheitsförderungs- und
Suchtpräventionsprogramme des Bundes zu prüfen.

    Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat in Erfüllung eines parlamentarischen Vorstosses von Nationalrat Hans Widmer vom 13. Juni 2002 den Bericht "Suizid und Suizidprävention in der Schweiz" erstellt. Das Postulat von Hans Widmer verlangt eine Übersicht über die vom Bund, von den Kantonen und von Privaten unternommenen Anstrengungen in der Suizidprävention. Als Antwort darauf liegt nun ein ausführlicher Bericht zum Thema vor. Dieser zeigt, dass die Schweiz mit 1'300 bis 1'400 suizid-bedingten Todesfällen pro Jahr im internationalen Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Suizidrate aufweist. Jährlich sterben in unserem Land zweimal mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle. Fast jeder Mensch wird im Laufe des Lebens mit einem oder mehreren Suiziden oder Suizidversuchen konfrontiert, sei es in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder am Arbeitsplatz. 10% der Schweizer Bevölkerung begehen im Laufe des Lebens einen oder mehrere Suizidversuche und jede zweite Person berichtet in rückblickenden Erhebungen über Suizidgedanken.

    Suizide und Suizidversuche sind auch ein Thema der öffentlichen Gesundheit, und ihre Prävention damit auch eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Der Bericht kommt zum Schluss, dass das Angebot an spezifischen präventiven Massnahmen in der Schweiz klein ist und sich auf wenige regionale Zentren beschränkt. Um eine Reduktion der Suizid und Suizidversuche zu erreichen, muss die Prävention in der Schweiz verstärkt werden. Die Aufgabe der Suizidprävention als Teil der allgemeinen Gesundheitsversorgung und -förderung liegt primär in der Kompetenz der Kantone. Im Auftrag des Bundesrats wird das BAG aber, per Entscheid vom 25. Mai 2005, die wissenschaftliche Datengrundlage verbessern und prüfen, ob die Thematik Suizid und Suizidversuche in bestehende Gesundheitsförderungs- und Suchtpräventionsprogramme des Bundes integriert werden kann.

EIDG. DEPARTEMENT DES INNERN Presse- und Informationsdienst

Auskunft: Bundesamt für Gesundheit, Salome von Greyerz, Leiterin Sektion Strategie und Gesundheitspolitik CH, Tel. 031 322 95 05

Der Bericht "Suizid und Suizidprävention in der Schweiz" kann eingesehen werden unter  http://www.bag.admin.ch/gespol/d/index.html



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