Eidg. Departement des Innern (EDI)

Influenza-Pandemieverordnung Rechtsgrundlage zur Vorbeugung einer möglichen Gefahr

      (ots) - Der Bundesrat hat eine neue Verordnung erlassen, um für den
Fall einer Influenza-Pandemie gerüstet zu sein, die durch ein neues
Grippevirus verursacht werden könnte. Die Verordnung regelt die
Präventivmassnahmen, die bereits heute zu ergreifen sind, wie die
Förderung der Grippeimpfung und die Versorgung mit Medikamenten. Sie
nennt ferner die Massnahmen, die im Fall einer drohenden Pandemie
oder während einer Pandemie zu treffen sind. Dazu gehört die
Zuteilung allfällig vorhandener Impfstoffe und anderer Arzneimittel
gegen Influenza gemäss einer Prioritätenliste, sollte eine
Verknappung eintreten. Eine neue Pandemie kann jederzeit auftreten,
weshalb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Mitgliedstaaten
empfohlen hat, sich für ein solches Ereignis zu wappnen. Das
Influenzavirus kann genetisch variieren. Bei grösseren, seltenen
Variationen bilden sich neue Stämme, die eine weltweite
Erkrankungswelle verursachen könnten, da die Bevölkerung nicht oder
nur teilweise immun ist. Grippeviren verursachen seit Jahrhunderten
regelmässig Epidemien und von Zeit zu Zeit grosse weltweite
Pandemien. Als Beispiel sei die Spanische Grippe genannt, die in den
Jahren 1918 bis 1920 weltweit 20 bis 40 Mio. Menschenleben forderte.
In der Schweiz erkrankte damals rund ein Viertel der Bevölkerung; 25
000 Personen starben. In den Jahren 1957 und 1968 folgten weitere
Pandemien geringeren Ausmasses, die sich aber dennoch durch eine
hohe Erkrankungsrate und deutlich erhöhte Mortalität auszeichneten.
Laut Expertenmeinungen sind pandemische Viren in der Folge von
Ausbrüchen des Grippevirus bei Vögeln aufgetreten. Bei der
Vogelgrippe in Hongkong im Jahr 1997 sprang das Virus direkt vom
Geflügel auf den Menschen über. Weitere Direktübertragungen vom Tier
auf den Menschen wurden 1998 und 2003 in Hongkong, 2003 in Holland
und seit 2004 in Vietnam und Thailand beobachtet. Die Zunahme der
Vogelgrippe in einem noch nie da gewesenen Ausmass in vielen
asiatischen Ländern seit 2004 könnte, zusammen mit der Fähigkeit des
Vogelgrippevirus, Menschen direkt anzustecken, das Auftreten eines
neuen humanen Grippevirus begünstigen. Ein grosser Teil der
Menschheit wäre gegen ein solches Virus nicht immun. Dies würde zu
einer raschen und grossflächigen Verbreitung des neuen Grippevirus
führen, da gegen dieses gegenwärtig noch keine Impfung existiert.
Die Verordnung regelt die Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche
für die nötigen Massnahmen auf allen Stufen im Bereich der
Pandemieüberwachung, der Prävention sowie der
Medikamentenversorgung. Sie beruht auf den Empfehlungen des
Pandemieplans, der von einer vom Departement des Innern beauftragten
Expertengruppe ausgearbeitet wurde. Dieser Pandemieplan wird
regelmässig den neusten Erkenntnissen zur Krankheit und den
Empfehlungen der WHO angepasst, welche die weltweite Überwachung der
Grippeviren koordiniert.

EIDG. DEPARTEMENT DES INNERN Presse- und Informationsdienst

Auskunft: Hans C. Matter, Leiter Sektion Früherkennung und Epidemiologie, BAG, Tel. 031 323 87 06 Jean Louis Zurcher, Kommunikation, BAG, Tel.  031 324 12 95



Weitere Meldungen: Eidg. Departement des Innern (EDI)

Das könnte Sie auch interessieren: