Eidg. Departement des Innern (EDI)

Die Schweiz beteiligt sich an der Planung einer europäischen Röntgenquelle für die Forschung

(ots) - Der Bundesrat will der Schweizer Forschung den Zugang zu Spitzenanlagen der Zukunft offen halten. Er hat beschlossen, dass die Schweiz im Rahmen eines Memorandum of Understanding in der Planungsphase (2004-2007) einer neuen europäischen Röntgenquelle, dem ‚Freien Elektronenlaser X-FEL' in Hamburg mit-arbeitet. Der Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung wurde beauftragt, ein entsprechendes Memorandum of Understanding zu unterzeichnen. Eine mögliche Beteiligung der Schweiz am Bau und am Betrieb des Röntgenlasers wird erst nach der Planungsphase zu entscheiden sein und würde im Rahmen der Botschaft zur Förderung von Bildung und Forschung und Technologie 2008 -2011 beantragt. Der europäische Röntgenlaser X-FEL soll dank seinen hochintensiven, ultrakurzen Röntgenblitzen (im Bereich von Milliardstel-Sekunden) ermöglichen, extrem rasch ablaufende Prozesse in den Gebieten Chemie, Biologie, Materialwissenschaften und Medizin mit atomarer Auflösung zu untersuchen. Den genannten Forschungsbereichen wird diese Röntgenquelle ganz neue Perspektiven eröffnen. Die heute bestehende Grobplanung sieht einen 3 km langen Beschleuniger vor, an dessen Ende den Nutzern sechs Experimentierstationen zur Verfügung stehen. Die Anlage soll auf dem Gelände des bestehenden Forschungslabors DESY in Hamburg zu stehen kommen, wodurch sie von der dort vorhandenen Infrastruktur profitieren kann. Deutschland ist bereit, 60% der voraussichtlichen Baukosten von 864 Mio. € (Preise 2000) zu tragen; die restlichen 40% würden die anderen beteiligten Länder übernehmen. Über die mögliche Aufteilung dieser Kosten wird in der Planungsphase beraten, die von Deutschland finanziert und von verschiedenen europäischen Laboratorien mitgetragen wird. Bis heute haben sich schon Frankreich, Grossbritannien, Schweden, Griechenland und Spanien für eine Mitarbeit in der Planungsphase entschieden. Schweizer Forschende nutzen bereits die heute führenden Synchrotron- und Röntgenanlagen, die ESRF (European Synchrotron Radiation Facility) in Grenoble und die SLS (Swiss Light Source) am Paul Scherrer Institut PSI. Ein Zugang zur nächsten Anlagegeneration könnte daher auch in weiterer Zukunft Spitzenforschung in diesen Forschungsgebieten ermöglichen. Das X-FEL-Projekt ist für die Schweiz auch darum besonders interessant, weil die Möglichkeit besteht, die vom PSI beim Bau der SLS entwickelten neuen Instrumente und Technologien an den X-FEL zu exportieren. Insbesondere gilt eine neuartige Stabilisierung des Elektronenstrahls an der SLS unter Fachleuten als vielversprechende und weltweit einzigartige Vorentwicklungen für eine zentrale Komponente des X-FEL. EIDG. DEPARTEMENT DES INNERN Presse- und Informationsdienst Auskunft: Jean-Pierre Ruder, Bundesamt für Bildung und Wissenschaft, Chef der Sektion Internationale Forschungsorganisationen, Tel. 031 322 96 78

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