news aktuell (Schweiz) AG

Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit sind die grössten Herausforderungen für Journalisten

Medien-Trendmonitor 2017: "Brennpunkt Journalismus - Was Schweizer Journalisten heute bewegt": Bei der grossen Journalistenumfrage von news aktuell und Faktenkontor haben über 500 Journalisten teilgenommen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100000003 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. ...
BERICHTSBAND HERUNTERLADEN

Zürich (ots) - Für Schweizer Journalisten sind Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit derzeit die grössten Herausforderungen. Social Media setzen die Medienmacher hauptsächlich ein, um andere Medien, Ereignisse oder Personen zu beobachten. Im Umgang mit Mediensprechern nervt es die Redaktoren am meisten, wenn sie keine ehrlichen Antworten erhalten oder Medienstatements zu wenig Fakten bieten. Das ergab der neue Medien-Trendmonitor "Brennpunkt Journalismus" von news aktuell und Faktenkontor. Mehr als 500 Journalistinnen und Journalisten haben an der grossen Umfrage teilgenommen (darunter 116 Chefredaktoren).

Für die Mehrheit der Medienmacher ist das Thema Glaubwürdigkeit aktuell die grösste Herausforderung. Knapp die Hälfte der befragten Teilnehmer treibt die Sorge um, dass die Menschen den Medien nicht mehr vertrauen (49 Prozent). An zweiter Stelle folgt das Thema Unabhängigkeit. 38 Prozent der Journalisten glauben, dass eine bewusste Einflussnahme durch Dritte die Souveränität der Medien unterläuft. Wie Medien mit der digitalen Transformation umgehen und mit welchen digitalen Geschäftsmodellen sie in Zukunft Geld verdienen können, zählt für fast jeden dritten Journalisten zu den grössten Herausforderungen (29 Prozent).

Soziale Netzwerke sind mittlerweile etablierte Werkzeuge, die im redaktionellen Alltag eine wichtige Rolle spielen. Am häufigsten dient das Social Web zur Beobachtung anderer Medien beziehungsweise Personen oder Ereignisse (61 Prozent). Fast genauso oft kommt Social Media für Recherchezwecke zum Einsatz (58 Prozent). Über die Hälfte der Befragten gibt an, die neuen Medien zu nutzen, um Beiträge zu veröffentlichen beziehungsweise anzuteasern (54 Prozent). Weniger eingesetzt wird Social Media hingegen für den Dialog mit unterschiedlichen Zielgruppen. Zu diesem Zweck nutzt nur jeder vierte Befragte die sozialen Netzwerke (26 Prozent).

Im Fokus der Umfrage steht auch das Verhältnis von Journalisten und Unternehmenssprechern. Mehr als die Hälfte der befragten Medienmacher ist demnach am meisten genervt, wenn Kommunikationschefs unehrlich und nicht authentisch sind (49 Prozent). Auf Platz zwei der grössten Nervfaktoren landet die Schönfärberei der Mediensprecher. Lobhudeln statt Fakten auf den Tisch zu legen: Das stört 46 Prozent der Journalisten. Genauso nervig finden sie komplizierte Autorisierungen. Bedenklich: Fast ein Viertel der Befragten kritisiert handwerklich schlechtes PR-Material. So geben 24 Prozent der Befragten an, dass sie unprofessionelles Medienmaterial sehr stört. Je erfahrener der Redaktor, umso kritischer ist dabei der Blick auf den PR-Content. Während nur neun Prozent der Berufseinsteiger (1-5 Jahre Berufserfahrung) schlechte Medienmitteilungen kritisieren, sind es bei den Journalisten mit 11-15 Jahren Berufserfahrung 38 Prozent.

Weitere Ergebnisse:

   - 56 Prozent der Journalisten sagen, dass das Vertrauen der 
     Bevölkerung in die Medien in den letzten zwölf Monaten 
     abgenommen hat. 
   - Die Inhalte von Unternehmen und PR-Agenturen ungeprüft zu 
     übernehmen, ist der grösste Fehler, den Journalisten heute 
     machen können. Das sagen 51 Prozent. 
   - Auch im Zeitalter von Smartphones und Social Media ist das 
     direkte Gespräch aus Journalistensicht immer noch das wichtigste
     Informationsmittel, das Unternehmen anbieten müssen. Dieser 
     Auffassung sind 67 Prozent. 
   - Wichtigstes Ziel im Social Web ist es, die Nutzer- und 
     Leserbindung zu erhöhen. 64 Prozent sagen das. 
   - Die am stärksten von Journalisten beobachtete Personengruppe im 
     Social Web sind andere Journalisten. Das gaben 62 Prozent an. 

Umfragedesign:

501 Journalisten haben am Medien-Trendmonitor""Brennpunkt Journalismus - Was Schweizer Journalisten heute bewegt" teilgenommen. Die Befragung fand im März 2017 statt. Als Methode haben die Initiatoren news aktuell und Faktenkontor eine Online-Befragung gewählt. Alle Angaben sind auf volle Zahlen gerundet.

Komplette Umfrageergebnisse: https://www.newsaktuell.ch/medien-trendmonitor-2017

Kontakt:

news aktuell (Schweiz) AG
Kai Gerwig
Geschäftsführer
Tel. +41 43 960 68 68
E-Mail: gerwig@newsaktuell.ch


Medieninhalte
4 Dateien

Weitere Meldungen: news aktuell (Schweiz) AG

Das könnte Sie auch interessieren: